Fischarten in Norwegen: Meeresfische und Süßwasserfische im Überblick
Wer sich mit den Fischarten in Norwegen beschäftigt, trifft auf eine außergewöhnliche Vielfalt. Im Meer leben Dorsche, Köhler, Pollacks, Heilbutte, Lengs und zahlreiche weitere Arten. Gleichzeitig beherbergen die Flüsse und Seen unter anderem Lachse, Forellen, Saiblinge, Hechte und Barsche.
Welche Fische tatsächlich vorkommen, hängt stark von der Region und dem Gewässer ab. Ein flacher Fjordarm in Südnorwegen bietet andere Bedingungen als die offene Küste der Lofoten. Auch ein Bergsee mit Saiblingen lässt sich nicht mit einem tiefer gelegenen Hechtsee im Südosten vergleichen.
Dieser Artenführer stellt die wichtigsten Fischarten Norwegens vor. Du erfährst, wie du sie erkennst, wo sie leben und welche Bedeutung sie für Angler haben. Außerdem gehen wir auf geschützte Arten, regionale Unterschiede und die geltenden Mindestmaße ein.
Fischarten Norwegen: eine schnelle Übersicht
| Fischart | Typischer Lebensraum | Erkennungsmerkmal |
|---|---|---|
| Dorsch | Fjorde, Küste und offenes Meer | Bartfaden und helle Seitenlinie |
| Köhler | Freiwasser und steile Küsten | dunkler Rücken und gerade Seitenlinie |
| Pollack | Felsen, Inseln und Tangfelder | gebogene Seitenlinie |
| Schellfisch | Grundnahes Meer | schwarzer Fleck hinter der Brustflosse |
| Heilbutt | Sand-, Kies- und Mischgrund | großer, kräftiger Plattfisch |
| Steinbeißer | Felsiger Meeresgrund | kräftige Zähne und massiger Kopf |
| Leng | Tiefer Fels- und Mischgrund | lang gestreckter Körper |
| Lumb | Tiefer, harter Meeresgrund | gedrungener Körper und lange Rückenflosse |
| Rotbarsch | Tiefe Fjorde und Meeresbereiche | rote Färbung und stachelige Flossen |
| Makrele | Küstennahes Freiwasser | blaugrüne Rückenzeichnung |
| Atlantischer Lachs | Flüsse und Meer | schlanker Körper mit kräftigem Schwanzstiel |
| Forelle | Flüsse, Seen und Küste | variable Fleckenzeichnung |
| Saibling | Kalte Seen und Flüsse | helle Punkte auf dunklem Körper |
| Hecht | Seen und langsam fließende Gewässer | langes Maul und torpedoförmiger Körper |
| Flussbarsch | Seen und ruhige Flüsse | dunkle Querstreifen und rote Flossen |
Die Tabelle dient zur ersten Orientierung. Farbe, Größe und Körperform können sich jedoch je nach Alter, Lebensraum und Jahreszeit verändern. Deshalb solltest du mehrere Merkmale berücksichtigen, bevor du einen Fisch bestimmst oder entnimmst.
Warum gibt es in Norwegen so viele Fischarten?
Norwegen besitzt eine extrem lange Küste mit unzähligen Fjorden, Buchten, Inseln und Schären. Hinzu kommen tiefe Meeresbereiche, flache Sandflächen, Strömungskanten und ausgedehnte Tangwälder. Diese unterschiedlichen Lebensräume bieten zahlreichen Meeresfischen Nahrung und geeignete Laichplätze.

Außerdem treffen vor der norwegischen Küste verschiedene Wassermassen aufeinander. Der vergleichsweise warme Nordatlantikstrom beeinflusst große Teile der Küste, während im Norden kalte Wassermassen aus der Arktis eine wichtige Rolle spielen. Deshalb überschneiden sich die Verbreitungsgebiete nördlicher und gemäßigter Fischarten.
Im Landesinneren prägen Flüsse, Bergseen und große Tieflandseen die Artenvielfalt. Viele Gewässer sind kalt, klar und nährstoffarm. Andere Seen im Südosten sind wärmer und bieten Hechten, Barschen, Zandern und verschiedenen Weißfischen geeignete Lebensbedingungen.
Die wichtigsten Meeresfische in Norwegen
Dorsch
Der Dorsch gehört zu den bekanntesten Fischarten Norwegens. In Norwegen trägt er den Namen „Torsk“. An der Küste unterscheidet man hauptsächlich zwischen wandernden Beständen und Küstendorsch, der sich überwiegend in Fjorden und küstennahen Bereichen aufhält.
Typische Merkmale sind der Bartfaden am Unterkiefer, drei voneinander getrennte Rückenflossen und eine deutlich erkennbare helle Seitenlinie. Die Färbung reicht von graubraun über oliv bis rötlich. Sie passt sich häufig dem jeweiligen Untergrund an.
Dorsche halten sich gern an Kanten, Untiefen, Strömungsbereichen und über strukturreichem Grund auf. Kleinere Exemplare stehen häufig in flacheren Fjordbereichen, während größere Fische auch in beträchtlichen Tiefen vorkommen. Sie ernähren sich unter anderem von Heringen, Sandaalen, Krebsen und kleineren Artgenossen.
Beim schweren Meeresangeln kommen Pilker, große Gummifische und spezielle Jigköpfe zum Einsatz. Eine mögliche Köderform erklärt der Beitrag über die Dorschbombe ausführlich.
Köhler
Der Köhler wird auch Seelachs genannt, obwohl er nicht mit dem eigentlichen Lachs verwandt ist. In Norwegen heißt die Art „Sei“. Köhler besitzen einen dunklen Rücken, silbergraue Flanken und eine auffallend gerade, helle Seitenlinie.
Im Gegensatz zum häufig grundnah lebenden Dorsch hält sich der Köhler oft im Freiwasser auf. Jungfische ziehen regelmäßig in großen Schwärmen durch Fjorde, Häfen und Bereiche rund um Brücken. Große Exemplare stehen häufig an Strömungskanten, Unterwasserbergen und tief abfallenden Felswänden.
Köhler gelten als schnelle und ausdauernde Kämpfer. Besonders größere Fische können während der Flucht viel Schnur nehmen. Für das Angeln in tiefem Wasser ist daher eine belastbare Rolle mit ausreichender Schnurfassung wichtig. Der Ratgeber über Multirollen für Norwegen erklärt, worauf es bei Übersetzung, Bremse und Schnurkapazität ankommt.
Pollack
Der Pollack ähnelt auf den ersten Blick dem Köhler, unterscheidet sich jedoch durch seine gebogene Seitenlinie. Außerdem besitzt er meist eine goldbraune bis bronzefarbene Körperseite und einen deutlich vorstehenden Unterkiefer. In Norwegen heißt der Pollack „Lyr“.
Pollacks bevorzugen felsige Küstenbereiche, Tangfelder, Inseln und steil abfallende Kanten. Besonders in West- und Südnorwegen lassen sie sich teilweise sehr nah am Ufer fangen. Dabei stehen sie oft etwas über dem Grund oder jagen im mittleren Wasser.
Gummifische, schlanke Blinker und tief laufende Wobbler eignen sich für die Suche nach Pollacks. Der Köder sollte möglichst dicht an Felsen oder Tang geführt werden, ohne sich dauerhaft festzusetzen.
Schellfisch
Der Schellfisch trägt in Norwegen den Namen „Hyse“. Sein deutlichstes Erkennungsmerkmal ist ein dunkler Fleck unterhalb der vorderen Rückenflosse. Zusätzlich besitzt er eine schwarze Seitenlinie und den für viele Dorschartige typischen Bartfaden.
Schellfische leben überwiegend grundnah über Sand-, Kies- und Mischgrund. Sie ernähren sich von Würmern, Muscheln, Krebstieren und kleinen Fischen. Deshalb lassen sie sich sowohl mit Naturködern als auch mit kleineren Pilkern und Beifängern fangen.
Beim Lösen des Hakens sollte man vorsichtig vorgehen. Schellfische besitzen ein vergleichsweise weiches Maul, sodass der Haken bei zu starkem Druck ausschlitzen kann.
Heilbutt
Der Atlantische Heilbutt ist der größte Plattfisch in norwegischen Gewässern. Erwachsene Exemplare können außergewöhnliche Größen erreichen. Die Oberseite ist grau bis dunkelbraun, während die Unterseite deutlich heller erscheint.
Junge Heilbutte halten sich häufig in flacheren Küstengewässern auf. Größere Fische nutzen sowohl tiefe Grundbereiche als auch das freie Wasser. Sie jagen unter anderem Heringe, Köhler, Dorsche und andere größere Beutefische.
Beim Heilbuttangeln kommen große Gummifische, Köhler am System und andere robuste Köder zum Einsatz. Eine starke Bremse, abriebfeste Vorfächer und ein sicheres Landekonzept sind unverzichtbar.
Für Heilbutt gelten besondere Schutzzeiten und ein Mindestmaß. Südlich von 62 Grad nördlicher Breite ist die gezielte Fischerei derzeit ganzjährig untersagt. Nördlich dieser Linie gilt zusätzlich eine zeitlich begrenzte Schonzeit. Prüfe die Vorgaben unmittelbar vor der Reise, da Norwegen Regelungen ändern kann.
Steinbeißer
Der Steinbeißer wird in Norwegen „Steinbit“ genannt. Sein massiger Kopf, die kräftigen Kiefer und die gut sichtbaren Zähne machen ihn unverwechselbar. Diese Zähne nutzt er, um Muscheln, Seeigel, Schnecken und Krebstiere zu knacken.
Steinbeißer leben überwiegend über steinigem oder felsigem Grund. Naturköder wie Fischstücke, Garnelen und Muschelfleisch können erfolgreich sein. Auch kompakte Gummiköder oder Pilker werden angenommen.
Bei der Landung ist Vorsicht angebracht. Selbst ein bereits gelandeter Fisch kann mit seinen kräftigen Kiefern erhebliche Verletzungen verursachen. Hände und Finger gehören deshalb nicht in die Nähe des Mauls.
Leng
Der Leng besitzt einen lang gestreckten Körper und erinnert entfernt an eine Mischung aus Dorsch und Aal. In Norwegen heißt die Art „Lange“. Lengs leben bevorzugt über hartem, felsigem oder gemischtem Grund und halten sich häufig in größeren Tiefen auf.
Gute Fangplätze liegen an steilen Kanten, Unterwasserbergen, Wracks und felsigen Plateaus. Naturköder wie Makrelenfilets oder ganze Köderfische werden meist direkt über dem Grund angeboten.
Große Lengs entwickeln während des Drills viel Kraft. Wegen der Tiefe, des Ködergewichts und der Strömung braucht man belastbares Gerät. Gleichzeitig sollte die Montage möglichst einfach bleiben, damit sie kontrolliert bis zum Grund gelangt.
Lumb
Der Lumb heißt in Norwegen „Brosme“. Er besitzt einen gedrungenen Körper und eine lange Rückenflosse, die fast bis zur Schwanzflosse reicht. Seine Färbung reicht von gelblich braun bis dunkelbraun.
Lumbs leben häufig auf hartem und felsigem Grund in größeren Tiefen. Sie verlassen ihre Verstecke vor allem zur Nahrungssuche und nehmen Fischfetzen, Tintenfischstücke sowie andere Naturköder.
Leng und Lumb kommen teilweise an denselben Stellen vor. Während Lengs jedoch häufig etwas aktiver über dem Grund jagen, steht der Lumb oft sehr dicht an Felsen und Spalten.
Rotbarsch
Mehrere Rotbarscharten leben in norwegischen Gewässern. Sie besitzen eine kräftige rote bis orange Färbung, große Augen und stachelige Flossen. Rotbarsche wachsen langsam und können ein hohes Alter erreichen.
Die Fische halten sich häufig in tiefem Wasser auf. Beim Fang aus großer Tiefe kann sich die Schwimmblase stark ausdehnen. Ein Zurücksetzen ist dann häufig problematisch, weshalb Angler den Fang und die erlaubte Entnahme besonders sorgfältig planen müssen.
Für Rotbarsch gelten regionale und zeitliche Einschränkungen. Nördlich von 62 Grad ist die Freizeitfischerei nur unter bestimmten Voraussetzungen und teilweise nur innerhalb festgelegter Zeiträume erlaubt. Informiere dich deshalb vor jeder Ausfahrt über den aktuellen Stand.
Makrele
Makrelen sind schnelle Schwarmfische des Freiwassers. Ihr blaugrüner Rücken trägt dunkle, wellenförmige Streifen. Sie besitzen keine Schwimmblase und müssen daher ständig in Bewegung bleiben.
Im Sommer ziehen Makrelenschwärme häufig dicht an die Küste. Dann lassen sie sich von Molen, Felsen, Booten und Hafenanlagen fangen. Kleine Pilker, Blinker und Heringsvorfächer funktionieren besonders gut.
Makrelen eignen sich außerdem als Naturköder für Leng, Lumb, Heilbutt und andere Meeresfische. Frische Köder sollten kühl gelagert und zügig verarbeitet werden.
Hering
Der Hering lebt ebenfalls im Freiwasser und bildet große Schwärme. Seine silbernen Schuppen lösen sich vergleichsweise leicht. Im Gegensatz zur Makrele besitzt der Hering keine auffällige Rückenzeichnung.
Heringe bilden eine wichtige Nahrungsgrundlage für Dorsche, Köhler, Heilbutte und andere Raubfische. Wo große Heringsschwärme auftauchen, stehen häufig größere Räuber in der Nähe.
Angler fangen Heringe meist mit kleinen Paternostern. Allerdings sollten nur so viele Fische entnommen werden, wie tatsächlich benötigt und sinnvoll verwertet werden können.
Seehecht und Seeteufel
Der Seehecht besitzt einen lang gestreckten Körper, ein großes Maul und ausgeprägte Fangzähne. Er lebt häufig in tieferen Bereichen und steigt nachts teilweise weiter ins freie Wasser auf. Seehechte nehmen sowohl Naturköder als auch Kunstköder.
Der Seeteufel unterscheidet sich deutlich von den meisten anderen Meeresfischen. Sein Kopf ist sehr breit, das Maul außergewöhnlich groß und der Körper flach. Meist liegt er gut getarnt auf dem Grund und wartet auf vorbeischwimmende Beute.
Beide Arten gehören zwar nicht zu den häufigsten Angelfischen, tauchen jedoch regelmäßig als Beifang auf. Deshalb lohnt es sich, ihre Merkmale zu kennen.
Scholle und weitere Plattfische
Die Scholle ist an den orangefarbenen bis rötlichen Punkten auf ihrer dunklen Oberseite zu erkennen. Sie lebt über Sand- und Mischgrund und lässt sich mit Wattwürmern, Fischfetzen und kleinen Garnelen fangen.
Daneben kommen in Norwegen unter anderem Flunder, Kliesche, Limande und verschiedene tief lebende Plattfische vor. Ihre sichere Unterscheidung erfordert einen genauen Blick auf Körperform, Hautstruktur, Seitenlinie und Färbung.
Flache Buchten, Sandflächen und Mündungsbereiche bieten gute Chancen auf kleinere Plattfische. Tiefere Sandplateaus können dagegen größere Exemplare beherbergen.
Lachsfische in Norwegen
Atlantischer Lachs
Der Atlantische Lachs verbringt seine Jugend in Flüssen und wandert anschließend ins Meer. Zum Laichen kehrt er in sein Heimatgewässer zurück. In Norwegen heißt er „Laks“.
Wildlachse sind ökologisch und wirtschaftlich besonders bedeutend. Gleichzeitig stehen viele Bestände unter Druck. Krankheiten, Parasiten, Veränderungen der Flüsse und Einflüsse aus der Aquakultur können die Bestände belasten.
Für das Lachsangeln gelten eigene Regeln. Neben der Erlaubnis für das jeweilige Gewässer können zusätzliche Abgaben und Dokumentationspflichten vorgeschrieben sein. Außerdem unterscheiden sich Saison, Fangquote und erlaubte Köder von Fluss zu Fluss.
Forelle und Meerforelle
Die Bach- beziehungsweise Seeforelle und die Meerforelle gehören zur gleichen Art. Während stationäre Forellen ihr gesamtes Leben im Süßwasser verbringen, wandert die Meerforelle zur Nahrungssuche ins Meer und später zum Laichen zurück in einen Fluss.
Norwegische Forellen zeigen je nach Gewässer sehr unterschiedliche Färbungen und Körperformen. Bergseeforellen bleiben teilweise klein, während Fische in nahrungsreichen Seen deutlich größer werden können.
Meerforellen halten sich häufig in flachen Küstenbereichen, an Flussmündungen, Strömungskanten und entlang bewachsener Ufer auf. Dabei müssen Schutzbereiche rund um Flussmündungen und saisonale Verbote beachtet werden.
Arktischer Saibling
Der Arktische Saibling heißt in Norwegen „Røye“. Er bevorzugt kalte, klare und sauerstoffreiche Gewässer. Besonders im Norden sowie in höher gelegenen Seen ist er weit verbreitet.
Saiblinge besitzen meist helle Punkte auf dunklem Grund. Während der Laichzeit können vor allem die Männchen kräftige rote oder orange Bauchseiten entwickeln.
Je nach Nahrungsangebot und Gewässer entstehen sehr unterschiedliche Bestände. In manchen Seen bleiben die Fische klein, während andere Gewässer deutlich größere Exemplare hervorbringen.
Äsche
Die Äsche ist an ihrer großen, segelartigen Rückenflosse zu erkennen. In Norwegen heißt sie „Harr“. Sie lebt vor allem in klaren Flüssen und einigen Seen mit guter Sauerstoffversorgung.
Äschen fressen Insektenlarven, Krebstiere und Anflugnahrung. Deshalb lassen sie sich besonders gut mit der Fliegenrute fangen. Kleine Spinner und natürliche Köder können je nach Gewässerordnung ebenfalls funktionieren.
Bekannte Äschenregionen liegen vor allem im Osten und in Mittelnorwegen. Ihr Vorkommen ist jedoch nicht flächendeckend.
Süßwasserfische in Norwegen
Hecht
Der Hecht kommt vor allem in südöstlichen Teilen Norwegens vor. Sein natürlicher Verbreitungsschwerpunkt liegt in tiefer gelegenen Seen und langsam fließenden Gewässern. Zusätzlich wurde er durch Menschen in einige neue Gewässersysteme eingebracht. Hechte stehen gern an Krautkanten, Schilfgürteln, Einläufen und Übergängen zwischen flachem und tiefem Wasser. Größere Fische nutzen außerdem das Freiwasser, wenn dort ausreichend Beutefische vorkommen. Das eigenmächtige Umsetzen von Hechten oder anderen Fischen ist verboten und kann ganze Ökosysteme verändern. Ein Hecht gehört daher niemals ohne behördliche Genehmigung in ein anderes Gewässer.

Flussbarsch
Der Flussbarsch heißt auf Norwegisch „Abbor“. Er gehört nach Forelle und Saibling zu den häufigsten Fischarten in norwegischen Seen. Sein Schwerpunkt liegt vor allem in den südlichen und östlichen Landesteilen. Barsche besitzen dunkle Querstreifen, eine stachelige erste Rückenflosse und häufig rote oder orange Bauch- und Afterflossen. Jungfische bilden große Schwärme, während kapitale Barsche oft in kleineren Gruppen jagen. Kleine Gummifische, Spinner, Wobbler und natürliche Köder eignen sich für das Barschangeln. In klaren Seen stehen größere Fische tagsüber teilweise deutlich tiefer als erwartet.
Zander
Zander kommen in Norwegen nur regional vor. Historisch war die Art auf wenige Seen im Südosten beschränkt. Durch menschliche Besatzmaßnahmen entstanden weitere Bestände. Der Zander bevorzugt häufig trübere, produktive Gewässer. Seine großen Augen helfen ihm bei der Jagd unter schlechten Lichtbedingungen. Deshalb steigen die Chancen oft in der Dämmerung oder an bewölkten Tagen. Wer gezielt auf Zander angeln möchte, sollte das konkrete Gewässer sorgfältig auswählen. In vielen norwegischen Regionen kommt die Art überhaupt nicht vor.
Felchen
Felchen heißen in Norwegen „Sik“. Sie leben vor allem in Seen und größeren Flusssystemen im Osten des Landes. Mehrere lokale Formen können innerhalb eines einzigen Gewässers vorkommen. Felchen ernähren sich je nach Bestand von Plankton, Bodenorganismen oder größeren Beutetieren. Sie besitzen einen schlanken, silbrigen Körper und eine für Salmoniden typische Fettflosse. Die Bestimmung kann schwierig sein, weil sich einzelne Formen äußerlich stark ähneln. Daher sollte man bei Unsicherheit lokale Informationen einholen.
Quappe
Die Quappe ist der einzige ausschließlich im Süßwasser lebende Vertreter der Dorschartigen. Sie besitzt einen lang gestreckten Körper und einen einzelnen Bartfaden am Unterkiefer. Quappen sind vor allem in der kalten Jahreszeit aktiv. Sie halten sich tagsüber häufig in tieferen Bereichen oder unter Strukturen auf und gehen nachts auf Nahrungssuche. In geeigneten Gewässern lassen sie sich mit Fischstücken und anderen Naturködern fangen. Ihr regionales Vorkommen sollte jedoch vorab geprüft werden.
Welche Fischarten leben in den verschiedenen Regionen Norwegens?
Nordnorwegen, Lofoten und Vesterålen
Im Norden stehen Dorsch, Köhler, Schellfisch, Heilbutt, Rotbarsch, Steinbeißer, Leng und Lumb im Mittelpunkt. Die steilen Unterwasserkanten und tiefen Fjorde bieten sowohl grundnahen als auch pelagischen Arten geeignete Lebensräume.

Saison und Wanderverhalten beeinflussen die Fänge deutlich. Besonders beim Dorsch können sich Bestände und Fangplätze im Jahresverlauf stark verändern. Gleichzeitig müssen Angler regionale Schutzgebiete und saisonale Verbote beachten.
Westnorwegen und Fjordnorwegen
In den westnorwegischen Fjorden kommen häufig Köhler, Pollack, Makrele, Leng, Lumb und Dorsch vor. Tiefe Fjordbecken bieten zusätzlich Chancen auf Rotbarsch und andere Tiefseefische. Pollacks lassen sich teilweise direkt von felsigen Ufern fangen. Für Leng und Lumb benötigt man dagegen oft ein Boot und schwereres Gerät.
Südnorwegen und Oslofjord
Südnorwegen bietet unter anderem Makrelen, Pollacks, Plattfische, Meerforellen und verschiedene Lippfische. Beim Dorsch gelten im Oslofjord weitreichende Schutzbestimmungen. Im inneren Oslofjord und in mehreren angrenzenden Laichgebieten bestehen ganzjährige oder saisonale Angelverbote. Informiere dich daher vor Ort, bevor du eine Angelstelle auswählst.
Norwegisches Binnenland
In den Seen und Flüssen des Binnenlandes dominieren Forellen, Saiblinge, Äschen und Felchen. Im Südosten kommen zusätzlich Barsche, Hechte, Zander und weitere Weißfische vor. Ein abgelegener Bergsee kann ausschließlich kleine Forellen oder Saiblinge beherbergen. Große Tieflandseen besitzen dagegen oft komplexe Fischgemeinschaften mit mehreren Raub- und Friedfischarten.
Welche Fischarten eignen sich für Norwegen-Anfänger?
Makrelen und kleinere Köhler bieten häufig einen einfachen Einstieg ins Meeresangeln. Beide Arten bilden Schwärme und nehmen vergleichsweise unkompliziert geführte Kunstköder. Trotzdem sollte die Ausrüstung stabil genug sein, da jederzeit ein größerer Fisch einsteigen kann.
Vom Ufer eignen sich außerdem Pollack, kleinere Dorsche und Plattfische als Zielfische. Allerdings bestimmen Tiefe, Strömung und Untergrund die passende Methode. Eine grundsätzliche Erklärung der wichtigsten Komponenten findest du im Beitrag über den Aufbau einer Angelrute.
Im Süßwasser sind Forellen und Barsche für Einsteiger interessant. Dafür muss das gewählte Gewässer diese Arten tatsächlich beherbergen und das Angeln erlauben. Lokale Angelkarten enthalten häufig zusätzliche Regeln zu Fangmenge, Ködern und Angelzeiten.
Fischarten sicher bestimmen
Eine falsche Bestimmung kann rechtliche Folgen haben. Außerdem gefährdet sie geschützte oder empfindliche Bestände. Deshalb solltest du einen unbekannten Fisch nicht allein anhand seiner Farbe bestimmen.
Achte stattdessen auf mehrere Merkmale:
- Anzahl und Form der Rückenflossen
- Verlauf der Seitenlinie
- Bartfäden am Unterkiefer
- Stellung von Ober- und Unterkiefer
- Flecken, Streifen und besondere Markierungen
- Körperform und Beschaffenheit der Haut
- Fangtiefe und Untergrund
- regionale Verbreitung der Art
Eine Bestimmungs-App oder ein bebilderter Fischführer kann helfen. Bei Unsicherheit sollte ein geschützter oder nicht sicher bestimmter Fisch möglichst schonend im Wasser abgehakt und unverzüglich zurückgesetzt werden, sofern die geltenden Regeln dies vorsehen.
Geschützte und eingeschränkt befischbare Fischarten
Nicht jede norwegische Fischart darf gezielt beangelt oder entnommen werden. Nach Angaben der norwegischen Fischereidirektion gehören unter anderem Riesenhai, Dornhai, Heringshai, Seidenhai, Blauleng und Europäischer Aal zu den vollständig geschützten Arten. Weitere Arten unterliegen zeitlichen oder regionalen Beschränkungen.
Für Heilbutt, Rotbarsch, Dorsch im Oslofjord und Blauflossen-Thun gelten besondere Vorgaben. Auch beim Lachs- und Meerforellenangeln können sich Regeln zwischen benachbarten Flüssen und Küstenabschnitten unterscheiden.
Gesetze, Schutzgebiete und Schonzeiten können sich ändern. Prüfe deshalb unmittelbar vor dem Angeln die offiziellen Informationen der norwegischen Behörden und zusätzlich die örtliche Gewässerordnung.
Mindestmaße und Fangbestimmungen
Norwegen schreibt für mehrere Fischarten Mindestmaße vor. Dazu gehören unter anderem Dorsch, Schellfisch, Heilbutt, Seehecht, Scholle, Rotbarsch und Meerforelle. Beim Dorsch hängt das Mindestmaß zusätzlich von der Region und teilweise von der Entfernung zur Basislinie ab.
Andere bekannte Arten besitzen für nicht gewerbliche Freizeitfischer derzeit nicht überall ein allgemeines Mindestmaß. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Fisch bedenkenlos entnommen werden sollte. Lokale Vorschriften, Schutzzeiten und Bestandsentwicklungen bleiben entscheidend.
Die aktuellen Größen und regionalen Unterschiede fasst der Beitrag Mindestmaße Norwegen übersichtlich zusammen. Miss einen Fisch immer in der vorgeschriebenen Weise und entscheide erst danach über die zulässige Entnahme.
Häufige Fragen zu den Fischarten Norwegens
Welche Fische werden in Norwegen am häufigsten geangelt?
Zu den bekanntesten Zielfischen gehören Dorsch, Köhler, Pollack, Schellfisch, Heilbutt, Leng, Lumb und Makrele. Im Süßwasser stehen vor allem Lachs, Forelle, Saibling, Äsche, Barsch und regional Hecht im Mittelpunkt.
Welche Fischarten leben in norwegischen Fjorden?
In Fjorden leben unter anderem Dorsche, Köhler, Pollacks, Schellfische, Makrelen, Heringe, Lengs und Lumbs. Tiefe Fjorde können zusätzlich Rotbarsche und andere Tiefwasserarten beherbergen. In flachen Randbereichen kommen Plattfische und Meerforellen vor.
Was ist der größte Fisch, den Angler in Norwegen fangen können?
Der Atlantische Heilbutt gehört zu den größten regulär beangelten Knochenfischen in norwegischen Gewässern. Daneben erreichen auch Haie enorme Größen, mehrere dieser Arten sind jedoch vollständig geschützt.
Gibt es in Norwegen Hechte und Barsche?
Ja, beide Arten kommen vor. Hechte leben hauptsächlich in südöstlichen Gewässersystemen und einigen durch Menschen besiedelten Seen. Barsche sind in den südlichen und östlichen Landesteilen deutlich weiter verbreitet.
Was ist der Unterschied zwischen Köhler und Pollack?
Der Köhler besitzt eine fast gerade, helle Seitenlinie und meist eine dunkle Rückenfärbung. Beim Pollack ist die Seitenlinie deutlich gebogen, während die Flanken häufig bronzefarben oder goldbraun wirken. Beide Arten haben einen vorstehenden Unterkiefer.
Darf man jeden gefangenen Fisch behalten?
Nein. Geschützte Arten müssen unverzüglich und möglichst schonend zurückgesetzt werden. Außerdem gelten Mindestmaße, Schonzeiten, regionale Verbote, Fangbegrenzungen und Ausfuhrbestimmungen.
Welche Fischart eignet sich für das Angeln vom Ufer?
Makrelen, Pollacks, kleinere Köhler, Plattfische und Meerforellen lassen sich je nach Region vom Ufer fangen. Entscheidend sind Wassertiefe, Strömung, Jahreszeit und der jeweilige Küstentyp.
Benötigt man für jede Fischart dieselbe Ausrüstung?
Nein. Zwischen leichtem Makrelenangeln und schwerem Naturköderangeln auf Leng liegen große Unterschiede. Ködergewicht, Tiefe, Strömung und mögliche Fischgröße bestimmen Rute, Rolle, Schnur und Vorfach.
Fazit: Norwegens Fischarten richtig erkennen und verantwortungsvoll beangeln
Die Fischarten Norwegens reichen vom kleinen Flussbarsch bis zum gewaltigen Atlantischen Heilbutt. Dorsch, Köhler und Pollack prägen viele Küstenreviere, während Leng, Lumb und Rotbarsch die tieferen Bereiche bewohnen. In Seen und Flüssen leben unter anderem Lachse, Forellen, Saiblinge, Äschen, Hechte und Barsche.
Für eine erfolgreiche und verantwortungsvolle Angeltour reicht es jedoch nicht, nur den gewünschten Zielfisch zu kennen. Angler müssen die Art sicher bestimmen, ihre Lebensweise verstehen und die regionalen Vorschriften beachten. Besonders bei Dorsch, Heilbutt, Rotbarsch und geschützten Arten ist eine aktuelle Prüfung der Regeln unverzichtbar.
Wer Fanggebiet, Jahreszeit, Wassertiefe und Fischart aufeinander abstimmt, kann Norwegens enorme Vielfalt gezielt erleben. Gleichzeitig schützt eine maßvolle Entnahme die Bestände und trägt dazu bei, dass die norwegischen Gewässer auch künftig zu den faszinierendsten Angelrevieren Europas gehören.






