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Home Fischarten Felchen

Felchen angeln am Bodensee: Tipps aus jahrelanger Erfahrung

Roman Esch Von Roman Esch
August 19, 2026
in Felchen
Selbstgemachte Nymphen
0
GETEILT
10
AUFRUFE

Inhaltsverzeichnis

Toggle
  • Felchen angeln am Bodensee: Tipps aus jahrelanger Erfahrung
    • Warum das Felchenangeln am Bodensee so faszinierend ist
    • Wo beginnen Einsteiger am besten?
    • Die richtige Ausrüstung für das Felchenangeln
    • Ohne Echolot würde ich heute nicht mehr auf Felchen angeln
    • Die Hegene ist wichtig, aber nicht alles
    • Die richtige Führung macht häufig den Unterschied
    • Die richtige Angeltiefe finden
    • Nicht jeder Schwarm beißt
    • Wind und Drift richtig nutzen
    • Welche Rolle spielt das Wetter?
    • Typische Fehler von Einsteigern
    • Die beste Jahreszeit zum Felchenangeln am Bodensee
    • Braucht man ein eigenes Boot?
    • Nachhaltig auf Felchen angeln
    • Warum Geduld allein nicht reicht
    • Mein wichtigster Tipp für Einsteiger
    • Häufig gestellte Fragen zum Felchenangeln am Bodensee (FAQ)
      • Wann beißen Felchen am Bodensee am besten?
      • Welche Tiefe ist die richtige?
      • Welche Nymphenfarbe funktioniert am besten?
      • Muss man ständig den Platz wechseln?
      • Ist das Felchenangeln für Anfänger geeignet?
    • Fazit

Felchen angeln am Bodensee: Tipps aus jahrelanger Erfahrung

Wer zum ersten Mal auf Felchen am Bodensee angelt, merkt schnell, dass sich dieser Fisch deutlich von vielen anderen Zielfischen unterscheidet. Während man beim klassischen Ansitzangeln oft einen vielversprechenden Platz auswählt und auf den Biss wartet, ist das Felchenangeln deutlich aktiver. Die Fische ziehen ständig durch den See, wechseln ihre Tiefe und stehen häufig genau dort, wo man sie im ersten Moment nicht vermuten würde.

Genau das macht für mich den besonderen Reiz dieser Angelmethode aus. Ich verbringe seit vielen Jahren regelmäßig Zeit auf dem Bodensee und angle dort gezielt auf Felchen. Dabei habe ich gelernt, dass erfolgreiche Angeltage nur selten vom Zufall abhängen. Viel wichtiger sind die richtige Vorbereitung, ein gutes Verständnis für das Gewässer und die Bereitschaft, sich ständig an die aktuellen Bedingungen anzupassen. Selbst an Plätzen, an denen ich in der Vergangenheit hervorragend gefangen habe, kann es vorkommen, dass an einem anderen Tag kein einziger Schwarm zu finden ist.

Viele Einsteiger konzentrieren sich zunächst auf die vermeintlich perfekte Hegene oder suchen nach der einen Nymphe, die immer funktioniert. Aus meiner Erfahrung sind das jedoch selten die entscheidenden Faktoren. Viel wichtiger ist es, die Felchen überhaupt zu finden. Wer lernt, das Echolot richtig zu nutzen, verschiedene Tiefen systematisch abzusuchen und nicht zu lange an einem unproduktiven Platz zu bleiben, wird langfristig deutlich erfolgreicher sein.

In diesem Ratgeber möchte ich deshalb nicht nur die Grundlagen erklären, sondern vor allem meine eigenen Erfahrungen vom Bodensee weitergeben. Viele Tipps stammen direkt aus meinen Angeltouren und haben sich in der Praxis immer wieder bewährt. Gleichzeitig gilt aber auch: Es gibt beim Felchenangeln keine Garantie. Der Bodensee verändert sich ständig und genau das macht ihn zu einem der spannendsten Gewässer Europas.

ThemaDas erwartet dich
Die besten AngelzeitenWann Felchen besonders aktiv sind
Erfolgreiche AngelbereicheEigene Erfahrungen vom Bodensee
AusrüstungWas sich in der Praxis bewährt hat
Hegene & NymphenFarben, Größen und Führung
EcholotWarum ich heute nicht mehr darauf verzichten würde
Häufige FehlerTypische Anfängerfehler vermeiden

Warum das Felchenangeln am Bodensee so faszinierend ist

Der Bodensee gehört zu den bekanntesten Felchengewässern Europas. Gleichzeitig zählt er zu den Gewässern, in denen Erfahrung besonders wichtig ist. Anders als an kleineren Seen verteilen sich die Fischschwärme auf eine riesige Wasserfläche und können innerhalb weniger Stunden ihren Standort wechseln.

Gerade das macht für mich den besonderen Reiz aus. Jede Ausfahrt verläuft anders. Man beobachtet das Echolot, sucht nach Fischschwärmen, passt die Angeltiefe immer wieder an und freut sich über jeden einzelnen Biss. Wer regelmäßig auf dem Bodensee unterwegs ist, merkt schnell, dass man mit jeder Tour dazulernt.

Meine Erfahrung

Einer der größten Fortschritte beim Felchenangeln war für mich die Erkenntnis, dass Geduld nicht bedeutet, stundenlang an derselben Stelle zu bleiben. Früher habe ich oft darauf gehofft, dass die Fische irgendwann schon kommen werden. Heute suche ich aktiv nach ihnen. Zeigt das Echolot nach einiger Zeit keine interessanten Schwärme und bleiben die Bisse aus, fahre ich lieber weiter. Seitdem sind meine Angeltage deutlich erfolgreicher geworden.

Wo beginnen Einsteiger am besten?

Die wohl häufigste Frage lautet: „Wo soll ich auf dem Bodensee überhaupt anfangen?“

Eine allgemeingültige Antwort gibt es darauf nicht. Felchen kommen im gesamten Bodensee vor und ihre Standplätze verändern sich regelmäßig. Trotzdem gibt es Bereiche, in denen ich über die Jahre besonders gute Erfahrungen gemacht habe.

Die eingezeichneten Bereiche basieren ausschließlich auf meinen persönlichen Erfahrungen. Vor allem im Zeller See konnte ich dort bei vielen Angeltouren regelmäßig Felchen fangen. Der rot markierte Bereich ist ein Schutzgebiet und darf selbstverständlich nicht befischt werden. Der gelb markierte Bereich soll deshalb lediglich als Orientierung dienen und keine Garantie auf Fangerfolg darstellen. Der grüne Pfeil soll bedeuten, dass man hochwärts auf der ganzen Strecke Felchen fängt.

Gleichzeitig möchte ich ausdrücklich betonen, dass sich auch in vielen anderen Bereichen des Bodensees sehr gut Felchen fangen lassen. Ich habe bereits an zahlreichen Stellen erfolgreiche Angeltage erlebt, die auf dieser Karte gar nicht eingezeichnet sind. Deshalb nutze ich bekannte Angelplätze heute lediglich als Ausgangspunkt und verlasse mich anschließend auf das Echolot und die Bedingungen des jeweiligen Tages.

Die richtige Ausrüstung für das Felchenangeln

Immer wieder liest man, dass beim Felchenangeln ausschließlich teures Spezialgerät zum Erfolg führt. Diese Aussage kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Natürlich erleichtert hochwertiges Equipment das Angeln, entscheidend sind jedoch vor allem die richtige Köderführung, ein gutes Echolot und die Bereitschaft, sich ständig auf die Bedingungen am See einzustellen.

Trotzdem gibt es einige Ausrüstungsgegenstände, die sich beim Felchenangeln am Bodensee bewährt haben.

AusrüstungEmpfehlung
RuteFelchenrute mit sensibler Spitze
Rolle2500er bis 3000er Stationärrolle
SchnurDünne geflochtene Hauptschnur
VorfachFluorocarbon
MontageHegene mit vier oder fünf Nymphen
BootRuhige Drift oder Elektromotor

Gerade bei der Rute lohnt es sich, nicht am falschen Ende zu sparen. Felchen beißen häufig sehr vorsichtig und viele Kontakte wären mit einer harten Spinnrute kaum zu erkennen. Eine feine Felchenrute zeigt selbst leichte Anfasser zuverlässig an und federt die Fluchten der Fische im Drill deutlich besser ab.

Falls du dir noch unsicher bist, worauf du beim Kauf einer Angelrute achten solltest, findest du in unserem Ratgeber Was kostet eine gute Angelrute? eine ausführliche Kaufberatung für verschiedene Einsatzbereiche.

Ohne Echolot würde ich heute nicht mehr auf Felchen angeln

Wenn mich jemand fragen würde, welches Ausrüstungsteil meine Fangquote in den vergangenen Jahren am stärksten verbessert hat, wäre die Antwort eindeutig: das Echolot.

Früher habe ich häufig an Stellen geankert, von denen ich gehört hatte, dass dort Felchen gefangen werden. Manchmal hat das funktioniert, oft aber auch überhaupt nicht. Heute gehe ich völlig anders vor. Ich suche zunächst aktiv nach Fischschwärmen und beginne erst dann mit dem Angeln.

Das spart nicht nur Zeit, sondern verhindert auch einen der häufigsten Fehler beim Felchenangeln: stundenlang an einer Stelle zu bleiben, an der sich überhaupt keine Fische befinden.

Ein Echolot zeigt dir nicht nur die Wassertiefe. Mit etwas Übung erkennst du sehr schnell, in welcher Wasserschicht sich die Felchen gerade aufhalten. Genau dort beginnt anschließend die eigentliche Feinarbeit.

Wenn du dich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchtest, findest du in unserem ausführlichen Ratgeber Echolot mit Fischfinder alles Wichtige zur Auswahl, den verschiedenen Gerätetypen und den Funktionen moderner Echolote.

Meine Erfahrung

Ich beginne fast jede Ausfahrt damit, verschiedene Bereiche langsam mit dem Echolot abzufahren. Erst wenn ich interessante Fischanzeigen entdecke, lasse ich die Hegene hinunter. Seit ich so vorgehe, verbringe ich deutlich weniger Zeit mit erfolglosem Angeln und deutlich mehr Zeit über aktiven Fischschwärmen.

Die Hegene ist wichtig, aber nicht alles

Kaum ein Thema wird unter Felchenanglern häufiger diskutiert als die richtige Hegene. Im Angelsportverein hört man regelmäßig Gespräche darüber, welche Nymphe gerade besonders gut läuft oder welche Farbe heute angeblich die einzige funktionierende ist.  

Nach vielen Angeltagen am Bodensee sehe ich das etwas entspannter.

Natürlich gibt es Tage, an denen eine bestimmte Farbe deutlich besser funktioniert als andere. Trotzdem glaube ich nicht daran, dass es die eine perfekte Hegene gibt. Viel wichtiger ist, dass die Montage sauber gebunden ist, die Haken scharf sind und die Nymphen natürlich präsentiert werden.

Ich habe schon oft erlebt, dass zwei Boote mit nahezu identischen Hegenen nebeneinander lagen und trotzdem völlig unterschiedlich gefangen haben. Der Unterschied lag meist nicht an der Farbe der Nymphen, sondern daran, wie sauber die Montage geführt wurde oder ob die Fische überhaupt gefunden wurden.

Deshalb beschäftige ich mich lieber zuerst mit dem Echolot, der Drift und der richtigen Angeltiefe. Erst wenn ich Fischkontakt habe, beginne ich gegebenenfalls damit, verschiedene Nymphenfarben auszuprobieren.

Die richtige Führung macht häufig den Unterschied

Viele Einsteiger bewegen ihre Hegene deutlich zu stark. Gerade wenn die Bisse ausbleiben, wird häufig hektisch gezupft oder die Montage mehrere Meter auf und ab bewegt.

Meine besten Fänge habe ich dagegen meistens mit sehr ruhigen Bewegungen gemacht. Kleine, gleichmäßige Impulse reichen oft völlig aus. Häufig spürt man den Biss nicht einmal richtig, sondern erkennt ihn lediglich an der feinen Rutenspitze.

Deshalb lohnt es sich, konzentriert zu angeln und die Montage lieber etwas ruhiger als zu hektisch zu führen. Gerade vorsichtige Felchen reagieren darauf oft deutlich besser.

Die richtige Angeltiefe finden

Kaum ein Thema beschäftigt Felchenangler so sehr wie die richtige Tiefe. Im Internet liest man häufig Empfehlungen wie „Felchen stehen im Sommer immer zwischen 20 und 30 Metern“. Solche Aussagen können zwar eine erste Orientierung bieten, verlassen würde ich mich darauf aber nicht.

Aus meiner Erfahrung am Bodensee verändert sich die Tiefe der Felchen teilweise innerhalb weniger Stunden. An einem Tag finde ich die Schwärme in 14 Metern, am nächsten Tag stehen sie plötzlich deutlich tiefer. Wind, Sonneneinstrahlung, Wassertemperatur und das Nahrungsangebot beeinflussen das Verhalten der Fische wesentlich stärker, als viele vermuten.

Deshalb starte ich jede Ausfahrt ohne feste Erwartung. Ich suche zuerst nach Fischschwärmen und entscheide anschließend, in welcher Tiefe ich angle.

Meine Erfahrung

Einer der größten Fehler, den ich früher gemacht habe, war mich zu sehr auf die Tiefen anderer Angler zu verlassen. Nur weil jemand morgens auf 22 Metern Felchen gefangen hat, bedeutet das nicht, dass sie mittags noch dort stehen. Seit ich mich konsequent nach meinem Echolot richte, fange ich deutlich konstanter.

Nicht jeder Schwarm beißt

Ein Punkt, der häufig unterschätzt wird: Nur weil das Echolot viele Fische anzeigt, heißt das noch lange nicht, dass es sich um beißfreudige Felchen handelt.

Das habe ich am Bodensee schon unzählige Male erlebt. Man findet einen großen Schwarm, präsentiert die Hegene sauber und trotzdem passiert minutenlang nichts. Gleichzeitig reichen manchmal wenige vereinzelte Fischanzeigen aus, um innerhalb kurzer Zeit mehrere Felchen zu fangen.

Deshalb verlasse ich mich nie ausschließlich auf die Anzahl der Fische auf dem Bildschirm. Entscheidend ist, ob die Felchen aktiv sind. Bleiben trotz verschiedener Tiefen und einer sauberen Köderführung alle Bisse aus, suche ich lieber weiter.

Wind und Drift richtig nutzen

Viele Angler hoffen auf spiegelglattes Wasser. Tatsächlich können solche Bedingungen angenehm sein, sie sind aber nicht zwangsläufig die besten.

Aus meiner Erfahrung darf ruhig etwas Bewegung auf dem Wasser sein. Eine leichte Drift sorgt häufig dafür, dass die Hegene immer wieder neue Bereiche durchfischt und den Fischen natürlich präsentiert wird.

Wird der Wind allerdings zu stark, verliert man schnell die Kontrolle über die Montage. Dann steigt die Hegene zu schräg an und lässt sich kaum noch sauber führen.

Ich versuche deshalb, die Drift möglichst langsam zu halten. Wer regelmäßig auf dem Bodensee unterwegs ist, wird schnell merken, wie groß der Unterschied zwischen einer kontrollierten und einer zu schnellen Drift sein kann.

Welche Rolle spielt das Wetter?

Immer wieder werde ich gefragt, ob Felchen bei Sonnenschein besser beißen als bei Regen oder ob ein bestimmter Luftdruck entscheidend ist.

Nach meinen Erfahrungen gibt es darauf keine eindeutige Antwort. Ich habe hervorragende Tage bei strahlendem Sonnenschein erlebt und genauso starke Fänge an bewölkten oder regnerischen Tagen gemacht.

Natürlich beeinflusst das Wetter die Bedingungen auf dem Wasser. Wind verändert die Drift, Sonneneinstrahlung wirkt sich auf die Wassertemperatur aus und Wetterumschwünge können das Verhalten der Fische verändern. Trotzdem würde ich niemals aufgrund einer Wetter-App zu Hause bleiben.

Wer sich genauer mit dem Einfluss verschiedener Wetterlagen beschäftigen möchte, findet in unserem Ratgeber Luftdruck Angeln Tabelle eine ausführliche Einordnung, wie sich Luftdruck und Wetter auf das Beißverhalten vieler Fischarten auswirken können.

Meine Erfahrung

Einige meiner erfolgreichsten Felchentage hatte ich an Tagen, an denen die Wettervorhersage alles andere als vielversprechend war. Deshalb gilt für mich: Entscheidend ist nicht, was die Wetter-App sagt, sondern was ich auf dem Wasser beobachte.

Typische Fehler von Einsteigern

Fast jeder Felchenangler macht am Anfang dieselben Fehler. Das ist völlig normal und gehört zum Lernprozess dazu.

Die häufigsten Fehler, die ich auf dem Bodensee beobachte, sind:

  • Zu lange an einem Platz bleiben.
  • Sich ausschließlich auf Fangmeldungen anderer verlassen.
  • Zu hektische Bewegungen mit der Hegene.
  • Ausschließlich eine Nymphenfarbe fischen.
  • Das Echolot zwar besitzen, aber die Anzeigen kaum beachten.

Gerade der erste Punkt kostet viele Angler unnötig Zeit. Natürlich braucht man Geduld, aber Geduld bedeutet für mich nicht, stundenlang auf einen einzigen Platz zu hoffen. Wenn das Echolot über längere Zeit kaum Aktivität zeigt und auch nach verschiedenen Tiefenwechseln keine Bisse kommen, suche ich lieber den nächsten Bereich auf. Genau dadurch habe ich in den vergangenen Jahren oft doch noch einen erfolgreichen Angeltag erlebt.

Die beste Jahreszeit zum Felchenangeln am Bodensee

Grundsätzlich lassen sich Felchen fast das gesamte Jahr über fangen. Trotzdem verändert sich ihr Verhalten im Laufe der Saison deutlich. Wer versteht, wie sich die Fische in den verschiedenen Jahreszeiten verhalten, kann seine Erfolgschancen erheblich steigern.

Im Frühjahr beginnt für viele Angler eine der spannendsten Phasen. Mit steigenden Wassertemperaturen werden die Felchen wieder aktiver und suchen verstärkt nach Nahrung. Gleichzeitig halten sie sich häufig noch nicht so tief auf wie in den Sommermonaten.

Im Sommer verschieben sich die Standplätze oft deutlich. Viele Schwärme stehen dann in größeren Tiefen, wobei sich das je nach Wetter und Wassertemperatur täglich ändern kann. Genau in dieser Zeit zahlt sich ein gutes Echolot besonders aus.

Auch der Herbst gehört zu meinen liebsten Jahreszeiten. Der See verändert sich langsam, die Temperaturen sinken und die Felchen zeigen häufig wieder ein anderes Verhalten als noch wenige Wochen zuvor.

Meine Erfahrung

Ich freue mich ehrlich gesagt auf jede Jahreszeit. Gerade das macht das Felchenangeln am Bodensee so spannend. Es gibt keine Phase, in der man einfach immer dieselbe Strategie anwenden kann. Mit jeder Jahreszeit ändern sich die Bedingungen und genau deshalb lernt man jedes Jahr wieder etwas Neues dazu.

Braucht man ein eigenes Boot?

Diese Frage bekomme ich regelmäßig gestellt.

Grundsätzlich lässt sich das Felchenangeln am Bodensee am effektivsten vom Boot aus betreiben. Die Fischschwärme halten sich häufig über tieferem Wasser auf und wechseln ihre Position ständig. Mit einem Boot kannst du flexibel reagieren und verschiedene Bereiche absuchen.

Das bedeutet aber nicht, dass jeder sofort ein eigenes Boot besitzen muss.

Gerade am Bodensee gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Boote zu mieten oder gemeinsam mit erfahrenen Anglern aufs Wasser zu gehen. Besonders für Einsteiger kann das sogar ein großer Vorteil sein, weil man dabei oft in kurzer Zeit sehr viel lernt.

Ich selbst habe gerade in meinen ersten Jahren enorm davon profitiert, andere Felchenangler zu beobachten. Jeder hat seine eigene Technik und oft sind es nur kleine Details, die am Ende den Unterschied machen.

Nachhaltig auf Felchen angeln

Der Bodensee ist eines der schönsten Angelgewässer Europas. Damit das auch in Zukunft so bleibt, sollte jeder Angler verantwortungsvoll mit dem Fischbestand umgehen.

Dazu gehört für mich nicht nur das Einhalten aller gesetzlichen Vorschriften, sondern auch ein respektvoller Umgang mit der Natur. Müll gehört selbstverständlich wieder mit nach Hause und auch beim Umgang mit gefangenen Fischen sollte Sorgfalt oberste Priorität haben.

Ebenso wichtig ist es, Schutzgebiete konsequent zu respektieren. Gerade sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt gesunder Fischbestände.

Warum Geduld allein nicht reicht

Viele Angler hören den Satz:

„Beim Felchenangeln braucht man einfach Geduld.“

Das stimmt zwar teilweise, greift meiner Meinung nach aber zu kurz.

Geduld ist wichtig. Noch wichtiger ist allerdings, aktiv zu bleiben und ständig mitzudenken.

Ich beobachte während des Angelns permanent das Echolot, kontrolliere regelmäßig meine Tiefe und überlege mir, warum die Fische gerade nicht beißen könnten. Liegt es an der Drift? Stehen die Felchen vielleicht einige Meter höher? Sollte ich den Platz wechseln?

Genau dieses aktive Angeln macht für mich den größten Unterschied.

Wer dagegen stundenlang dieselbe Hegene in derselben Tiefe fischt und lediglich auf einen Biss wartet, verschenkt oft viel Potenzial.

Meine Erfahrung

Früher dachte ich oft, dass erfolgreiche Felchenangler einfach die besseren Plätze kennen. Heute sehe ich das anders. Natürlich helfen Erfahrung und gute Stellen. Entscheidend ist aber, wie flexibel man auf die Bedingungen reagiert. Die Angler, die regelmäßig gut fangen, sind meist diejenigen, die ständig beobachten, ausprobieren und bereit sind, ihre Strategie anzupassen.

Mein wichtigster Tipp für Einsteiger

Wenn ich einem Anfänger nur einen einzigen Rat geben dürfte, wäre es dieser:

Versuche nicht, bei deiner ersten Ausfahrt alles perfekt zu machen.

Vier gefangene Felchen nach einer erfolgreichen Angeltour auf dem Bodensee

Das Felchenangeln ist eine Angelmethode, bei der Erfahrung eine enorme Rolle spielt. Niemand versteht den Bodensee nach einem einzigen Tag. Jede Tour bringt neue Erkenntnisse und genau das macht den Reiz aus.

Konzentriere dich zunächst darauf, das Echolot besser zu verstehen, die Hegene sauber zu führen und verschiedene Tiefen auszuprobieren. Mit jeder weiteren Ausfahrt wirst du sicherer und entwickelst nach und nach ein Gefühl dafür, wie sich die Felchen unter unterschiedlichen Bedingungen verhalten.

Dieses Wissen kann dir kein Ratgeber vollständig vermitteln. Es entsteht nur draußen auf dem Wasser und genau deshalb fasziniert mich das Felchenangeln am Bodensee auch nach vielen Jahren immer noch.

Häufig gestellte Fragen zum Felchenangeln am Bodensee (FAQ)

Wann beißen Felchen am Bodensee am besten?

Eine allgemeingültige Antwort gibt es darauf nicht. Viele Angler erzielen ihre besten Fänge in den frühen Morgenstunden oder am Abend. Ich habe allerdings auch schon zur Mittagszeit sehr gut gefangen, wenn ich einen aktiven Schwarm gefunden habe. Entscheidend ist aus meiner Sicht weniger die Uhrzeit als die richtige Position und Angeltiefe.

Welche Tiefe ist die richtige?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Felchen wechseln ihre Standtiefe teilweise innerhalb weniger Stunden. Deshalb verlasse ich mich nicht auf feste Tiefenangaben, sondern suche die Fische bei jeder Ausfahrt neu. Genau deshalb gehört ein Echolot für mich inzwischen zur wichtigsten Ausrüstung.

Welche Nymphenfarbe funktioniert am besten?

Darüber wird am Bodensee wahrscheinlich seit Jahrzehnten diskutiert.

Meine Erfahrung ist, dass es keine Farbe gibt, die immer funktioniert. An manchen Tagen laufen helle Nymphen hervorragend, an anderen bringen auffälligere Farben deutlich mehr Bisse. Deshalb habe ich immer mehrere Hegenen mit unterschiedlichen Farben dabei und probiere aus, worauf die Felchen an diesem Tag reagieren.

Muss man ständig den Platz wechseln?

Nein. Wenn das Echolot aktive Fischschwärme zeigt oder regelmäßig Bisse kommen, gibt es keinen Grund weiterzufahren.

Bleibt es jedoch über längere Zeit komplett ruhig und zeigt auch das Echolot kaum Fischaktivität, suche ich lieber den nächsten Bereich auf. Diese Vorgehensweise hat sich bei meinen Angeltouren deutlich häufiger ausgezahlt, als stundenlang auf einen einzelnen Platz zu hoffen.

Ist das Felchenangeln für Anfänger geeignet?

Ja, allerdings sollte man etwas Geduld mitbringen.

Die Technik selbst lässt sich relativ schnell lernen. Schwieriger ist es, die Felchen zuverlässig zu finden und das Verhalten der Fische richtig einzuschätzen. Genau das entwickelt sich mit jeder weiteren Ausfahrt.

Mein Tipp: Konzentriere dich anfangs nicht darauf, möglichst viele Felchen zu fangen. Nutze jede Tour, um das Echolot besser zu verstehen, verschiedene Tiefen auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Die Fische kommen dann meist ganz von allein.

Fazit

Das Felchenangeln am Bodensee ist weit mehr als das einfache Ablassen einer Hegene. Wer regelmäßig erfolgreich sein möchte, muss bereit sein, den See zu beobachten, ständig dazuzulernen und seine Strategie immer wieder an die aktuellen Bedingungen anzupassen. Genau das macht diese Angelmethode für mich so faszinierend.

In den vergangenen Jahren habe ich viele unterschiedliche Situationen erlebt. Es gab Tage, an denen die Felchen bereits nach wenigen Minuten gefunden waren und beinahe jede Drift Fisch brachte. Genauso gab es Ausfahrten, bei denen ich mehrere Bereiche absuchen musste, bevor ich den ersten Schwarm gefunden habe. Genau diese Unterschiede zeigen, warum es beim Felchenangeln keine Patentlösung gibt.

Wenn du gerade erst mit dem Felchenangeln beginnst, lass dich von schwierigen Tagen nicht entmutigen. Jeder erfahrene Felchenangler hat einmal klein angefangen und genau dieselben Fragen gestellt. Mit jeder Tour lernst du den Bodensee besser kennen und entwickelst nach und nach ein Gefühl dafür, wie sich die Felchen unter verschiedenen Bedingungen verhalten.

Ich hoffe, dass dir meine Erfahrungen und Tipps dabei helfen, typische Anfängerfehler zu vermeiden und schneller Vertrauen in diese besondere Angelmethode zu gewinnen. Gleichzeitig möchte ich dich ermutigen, eigene Erfahrungen zu sammeln und nicht jede Empfehlung ungeprüft zu übernehmen. Der Bodensee verändert sich ständig und genau das macht ihn zu einem der spannendsten Gewässer Europas.

Vielleicht begegnen wir uns ja irgendwann draußen auf dem Wasser. Bis dahin wünsche ich dir viel Erfolg beim Felchenangeln und natürlich ein kräftiges Petri Heil!

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Angler vom Bodensee mit Schwerpunkt auf Hecht- und Barschangeln sowie praxisnahen Angelmethoden, Montagen, Ködern und Ausrüstung. Auf Fischenlernen.de fließen eigene Erfahrungen am Wasser, sorgfältige Recherche und verständliche Anleitungen für Einsteiger und fortgeschrittene Angler zusammen.

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