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Home Fischarten Wels

Angeln auf Wels: Köder, Montage und die besten Methoden

Roman Esch Von Roman Esch
August 19, 2026
in Wels
Wels unter Wasser in seinem natürlichen Lebensraum
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Inhaltsverzeichnis

Toggle
  • Angeln auf Wels: Köder, Montage und die besten Methoden
    • Wo findet man Welse?
    • Wann ist die beste Zeit zum Angeln auf Wels?
    • Welche Köder eignen sich zum Angeln auf Wels?
      • Tauwürmer
      • Fischköder
      • Gummifische, Wobbler und Blinker
    • Mein unerwarteter Welsfang beim Hechtangeln
    • Wels angeln auf Grund: So funktioniert es
    • Welsangeln mit Unterwasserpose
    • Welsangeln mit Pose
    • Welche Ausrüstung braucht man zum Welsangeln?
    • Aktiv auf Wels angeln
    • Welsangeln im See
    • Welsangeln im Fluss
    • Wels vom Ufer angeln
    • Wels vom Boot angeln
    • Biss und Drill beim Welsangeln
    • Wels sicher landen
    • Kann man Wels essen?
    • Häufige Fehler beim Angeln auf Wels
    • Häufige Fragen zum Angeln auf Wels (FAQ)
      • Welcher Köder eignet sich am besten für Wels?
      • Kann man Wels auf Grund angeln?
      • Wann beißen Welse am besten?
      • Kann man einen Wels mit Blinker fangen?
      • Welche Tiefe ist beim Welsangeln richtig?
      • Braucht man eine spezielle Welsrute?
    • Fazit: Auf Wels angeln ist vielseitiger als klassisches Grundangeln

Angeln auf Wels: Köder, Montage und die besten Methoden

Das Angeln auf Wels gehört zu den spannendsten Formen des Raubfischangelns. Der Europäische Wels, häufig auch Waller genannt, ist der größte reine Süßwasserfisch Europas und kann deutlich über zwei Meter lang werden. Entsprechend sollte man beim gezielten Welsangeln nicht nur über den richtigen Köder nachdenken. Angelplatz, Montage und vor allem eine ausreichend belastbare Ausrüstung sind mindestens genauso wichtig.

Dabei muss Welsangeln keineswegs immer aus einem nächtlichen Ansitz mit schwerer Grundmontage bestehen. Welse lassen sich mit Tauwürmern und Fischködern befischen, können aber ebenso auf Gummifische, Wobbler oder Blinker reagieren. Welche Methode sinnvoll ist, hängt vor allem vom Gewässer und davon ab, wo sich die Fische gerade aufhalten.

MethodeTypische KöderBesonders interessant für
GrundangelnTauwürmer, Fischköderlängere Ansitze
U-Posen-MontageTauwürmer, FischköderFließgewässer
PosenangelnNaturködervariable Ködertiefe
SpinnfischenGummifisch, Blinker, Wobbleraktive Suche

Besonders verbreitet ist das Wels Angeln auf Grund. Allerdings bedeutet das nicht, dass der Köder zwangsläufig direkt auf dem Gewässerboden liegen sollte. Welse können unterschiedliche Wasserschichten nutzen und gerade während ihrer aktiven Fressphasen auch deutlich über dem Grund oder in flacheren Bereichen unterwegs sein.

Wo findet man Welse?

Welse fühlen sich in vielen größeren Seen und Flüssen wohl und suchen häufig Bereiche auf, die ihnen Deckung oder gute Möglichkeiten zur Nahrungssuche bieten. Interessant sind deshalb tiefe Rinnen, Abbruchkanten, versunkene Bäume, Buhnen, Hafeneinfahrten und andere auffällige Strukturen. Auch Übergänge zwischen flachem und tiefem Wasser können gute Ausgangspunkte für die Suche sein.

Gerade in einem unbekannten Gewässer würde ich nicht einfach die tiefste Stelle auswählen und dort einen Köder auslegen. Viel wichtiger ist die Frage, warum sich ein Wels überhaupt an einem bestimmten Platz aufhalten sollte. Wo viele Beutefische vorkommen oder eine markante Struktur Schutz bietet, steigen auch die Chancen auf einen Räuber.

Tagsüber können Welse ruhigere Bereiche aufsuchen, während sie in der Dämmerung und nachts häufig aktiver werden. Dann verlassen sie ihre Standplätze und suchen nach Nahrung. Das ist einer der Gründe, weshalb der klassische Welsansitz häufig bis weit in die Nacht hinein betrieben wird.

Wann ist die beste Zeit zum Angeln auf Wels?

Welse sind wärmeliebende Fische. Mit steigenden Wassertemperaturen nimmt ihre Aktivität zu, weshalb vor allem die wärmeren Monate interessant sind. Frühjahr, Sommer und früher Herbst können gute Bedingungen bieten, wobei die tatsächliche Aktivität natürlich vom jeweiligen Gewässer und Wetter abhängt.

Besonders Dämmerung und Nacht gelten als erfolgversprechend. Während warmer Sommernächte können Welse auch in vergleichsweise flache Bereiche ziehen, wenn dort Nahrung vorhanden ist. Tagsüber sind Fänge trotzdem möglich. Eine gute Stelle würde ich deshalb nicht allein wegen der Uhrzeit aufgeben.

Wer regelmäßig dasselbe Gewässer befischt, hat hier einen deutlichen Vorteil. Mit der Zeit erkennt man, an welchen Stellen Beutefische stehen, wann bestimmte Bereiche aktiv werden und welche Wetterbedingungen dort besonders interessant sind.

Welche Köder eignen sich zum Angeln auf Wels?

Welse sind keine Nahrungsspezialisten. Ihr Beutespektrum ist breit, weshalb auch beim Angeln unterschiedliche Köder funktionieren können. Für einen Ansitz sind Tauwürmer und geeignete Fischköder besonders bekannt. Beim aktiven Angeln kommen dagegen Gummifische, Wobbler oder Blinker infrage.

Tauwürmer

Ein Bündel aus mehreren Tauwürmern ist ein klassischer Welsköder. Die Würmer bewegen sich am Haken und geben gleichzeitig Geruchsstoffe an das Wasser ab. Außerdem sind sie leicht erhältlich und lassen sich ohne großen Aufwand einsetzen.

Der Nachteil ist, dass Würmer keineswegs ausschließlich für Welse interessant sind. Je nach Gewässer können sich auch Aale und andere Fischarten am Köder bedienen. Wer möglichst selektiv auf größere Welse angeln möchte, muss deshalb mit Beifängen rechnen.

Fischköder

Fisch gehört zum natürlichen Nahrungsspektrum des Welses und ist entsprechend interessant als Köder. Die geltenden Vorschriften müssen dabei unbedingt beachtet werden. Welche Fischarten verwendet werden dürfen und welche Form der Köderpräsentation zulässig ist, kann sich je nach Bundesland und Gewässer unterscheiden.

Wer sich generell mit der Präsentation von Fischködern beschäftigt, findet in unserem Ratgeber zum Angeln mit Köderfisch auf Zander weitere Grundlagen zu Ködergröße, Anköderung und Präsentation. Beim Wels müssen Haken, Vorfach und die gesamte Montage aufgrund der möglichen Fischgröße allerdings wesentlich kräftiger dimensioniert werden.

Gummifische, Wobbler und Blinker

Welse lassen sich auch aktiv mit Kunstködern befischen. Größere Gummifische können beispielsweise entlang interessanter Kanten geführt werden. Auch Wobbler und Blinker kommen infrage. Wer bereits regelmäßig mit Kunstködern auf andere Raubfische angelt, kennt viele der grundlegenden Prinzipien bereits.

Bei Gummifischen spielt auch das verwendete Gewicht eine Rolle. In unserem Ratgeber zum Angeln mit Jigkopf erklären wir ausführlich, wie Jigkopfgewicht, Ködergröße und Gewässertiefe zusammenhängen. Für das gezielte Welsangeln müssen Haken und Gerät allerdings entsprechend robuster gewählt werden.

Dass Welse tatsächlich auf aktiv geführte Kunstköder reagieren, habe ich selbst eher zufällig erlebt.

Mein unerwarteter Welsfang beim Hechtangeln

Meinen bisher ungewöhnlichsten Wels habe ich an einem der Seen im Bodensee-Umland gefangen. An diesem Tag hatte ich es überhaupt nicht auf Wels abgesehen, sondern wollte mit einem Blinker auf Hecht angeln. Umso überraschender war es, als plötzlich ein junger Wels am Haken hing.

Mein gefangener Wels beim Blinkern auf Hecht in einem See im Bodensee-Umland

Der Fisch war noch relativ klein und ließ sich mit meinem Hechtgerät gut kontrollieren. Nach ungefähr fünf Minuten war der Drill bereits vorbei und ich konnte den Wels landen. Dass ich beim normalen Blinkern auf Hecht ausgerechnet einen Wels erwische, war für mich eine einmalige Situation. Weder davor noch danach ist mir das noch einmal passiert.

Noch stärker überrascht hat mich später der Geschmack. Ich habe schon sehr viele unterschiedliche Fischarten gegessen, aber dieser junge Wels gehört für mich mit deutlichem Abstand zu den besten. Das Fleisch war angenehm mild und frisch und hatte keinerlei erdigen oder modrigen Beigeschmack.

Das ist natürlich meine Erfahrung mit genau diesem Fisch und lässt sich nicht pauschal auf jeden Wels übertragen. Herkunft, Nahrung, Größe und Gewässer können die Fleischqualität beeinflussen. Bei diesem jungen Exemplar war ich geschmacklich jedenfalls ausgesprochen positiv überrascht.

Der Fang zeigt gleichzeitig, dass ein Wels keineswegs ausschließlich mit einer stationären Naturködermontage gefangen werden kann. Eigentlich war mein Blinker für einen Hecht bestimmt, trotzdem hat der Wels den aktiv geführten Köder genommen.

Wels angeln auf Grund: So funktioniert es

Das Wels Angeln auf Grund ist eine der klassischen Methoden für einen längeren Ansitz. Der Köder wird an einem vorher ausgewählten Platz angeboten und kann dort über längere Zeit liegen. Dabei muss der Köder allerdings nicht zwangsläufig direkt auf dem Boden aufliegen.

Eine einfache Grundmontage besteht im Wesentlichen aus einer kräftigen Hauptschnur, einem ausreichend schweren Gewicht, einem belastbaren Wirbel, einem robusten Vorfach und dem passenden Haken. Wie schwer das Gewicht sein muss, hängt vom Gewässer ab. In einem stehenden See ist meist deutlich weniger Gewicht erforderlich als in einem stark strömenden Fluss.

Grundaufbau:

Hauptschnur → Gewicht → Wirbel → Vorfach → Wallerhaken → Köder

Entscheidend ist, dass sämtliche Komponenten zueinander passen. Eine sehr starke Hauptschnur bringt wenig, wenn anschließend ein zu schwacher Wirbel oder Haken verwendet wird. Beim gezielten Welsangeln würde ich deshalb bei allen Verbindungsteilen ausreichend Reserve einplanen.

Welsangeln mit Unterwasserpose

Eine besonders bekannte Variante der Grundmontage ist die Unterwasserposenmontage. Die sogenannte U-Pose befindet sich auf dem Vorfach und hebt den Köder vom Gewässergrund ab. Vor allem in Fließgewässern ist das interessant, weil der Köder durch die Strömung zusätzlich bewegt werden kann.

Der benötigte Auftrieb hängt vom Köder ab. Ein Bündel Tauwürmer benötigt weniger Auftrieb als ein größerer Fischköder. Mehr Auftrieb ist deshalb nicht automatisch besser. Die U-Pose sollte so gewählt werden, dass der Köder in der gewünschten Höhe präsentiert wird, ohne die Montage unnötig aufzublähen.

Gerade Einsteiger müssen daraus keine komplizierte Wissenschaft machen. Eine übersichtlich aufgebaute Montage, deren einzelne Bestandteile man versteht, ist sinnvoller als ein System mit zahlreichen zusätzlichen Komponenten und Knoten.

Welsangeln mit Pose

Eine klassische Pose bietet eine weitere Möglichkeit, den Köder nicht unmittelbar auf dem Grund anzubieten. Über die eingestellte Tiefe kann bestimmt werden, in welcher Wasserschicht der Köder steht. Das kann interessant sein, wenn Welse im Mittelwasser oder in flacheren Bereichen aktiv sind.

Natürlich muss eine Welsposenmontage deutlich kräftiger ausfallen als eine gewöhnliche Montage auf kleinere Fischarten. Pose, Hauptschnur, Vorfach, Haken und sämtliche Verbindungsteile müssen auf die mögliche Belastung abgestimmt sein.

Gerade diese Möglichkeit, die Köderhöhe zu verändern, sollte beim Welsangeln nicht unterschätzt werden. Wenn ein Köder am Grund über längere Zeit keine Reaktion bringt, kann eine andere Präsentationshöhe durchaus einen Versuch wert sein.

Welche Ausrüstung braucht man zum Welsangeln?

Mein eigener junger Wels ließ sich mit normalem Hechtgerät problemlos landen. Für das gezielte Angeln auf Wels würde ich daraus allerdings keinesfalls ableiten, dass gewöhnliches Raubfischgerät grundsätzlich ausreicht. Bei einem deutlich größeren Exemplar hätte die Situation vollkommen anders ausgesehen.

Das Gerät sollte deshalb auf die Fische abgestimmt sein, die im jeweiligen Gewässer vorkommen können. Eine kräftige Wallerrute bildet zusammen mit einer robusten Rolle, tragfähiger Hauptschnur und abriebfestem Vorfach die Grundlage. Besonders wichtig ist außerdem eine zuverlässige Rollenbremse. Sie muss während kräftiger Fluchten kontrolliert Schnur freigeben können, ohne dass der Fisch völlig unkontrolliert Richtung Hindernisse zieht.

Auch beim Haken würde ich nicht einfach möglichst groß wählen. Die Hakengröße muss zum Köder passen. Ein Tauwurmbündel stellt andere Anforderungen als ein größerer Fischköder. Wichtig sind eine scharfe Spitze und eine Konstruktion, die sich unter hoher Belastung nicht aufbiegt.

BestandteilDarauf würde ich achten
Rutekräftiges Rückgrat
Rollerobuste Bauweise und gute Bremse
Hauptschnurhohe Tragkraft
Vorfachhohe Abriebfestigkeit
Hakenstabil, scharf und passend zum Köder
Wirbelausreichende Sicherheitsreserve

Wer viel Angelzubehör mit ans Wasser nimmt, sollte gerade bei kräftigen Welsmontagen auf Ordnung achten. In unserem Ratgeber zur Tacklebox beim Angeln zeigen wir, wie sich Haken, Wirbel, Köder und anderes Zubehör sinnvoll getrennt aufbewahren lassen.

Aktiv auf Wels angeln

Nicht jeder möchte beim Welsangeln mehrere Stunden auf einen Biss warten. Welse lassen sich auch aktiv mit Kunstködern suchen. Dafür kommen vor allem größere Gummifische, Blinker und stabile Wobbler infrage. Der Vorteil liegt darin, dass sich verschiedene Bereiche eines Gewässers nacheinander absuchen lassen. Kanten, tiefe Rinnen und Bereiche mit vielen Beutefischen sind dabei besonders interessant.

Die Köderführung muss nicht zwangsläufig besonders schnell oder aggressiv sein. Viel wichtiger ist, den Köder dort anzubieten, wo tatsächlich mit einem Wels zu rechnen ist. Wer mit Gummifisch angelt, kann beispielsweise unterschiedliche Tiefen absuchen und den Köder immer wieder grundnah führen. Blinker und Wobbler eignen sich dagegen gut, um eine größere Wasserfläche abzudecken.

Mein eigener Fang beim Hechtangeln zeigt zwar, dass diese Methode grundsätzlich funktioniert, war aber kein gezielter Versuch. Wer bewusst mit Kunstködern auf Wels angelt, sollte deshalb vor allem das Gerät entsprechend auswählen. Ein Blinker oder Wobbler kann schließlich nicht bestimmen, ob ein 70 Zentimeter langer Jungfisch oder ein wesentlich größeres Exemplar einsteigt.

Welsangeln im See

In einem See fehlt die Strömung als Orientierungshilfe. Dafür können große Wasserflächen die Suche nach Welsen deutlich schwieriger machen. Einfach irgendwo eine Grundmontage auszuwerfen, wäre deshalb nicht meine bevorzugte Vorgehensweise. Zunächst würde ich versuchen, interessante Strukturen und mögliche Fressplätze zu finden.

Kanten zwischen flachem und tiefem Wasser, Löcher, versunkene Bäume und andere auffällige Bereiche sind gute Ausgangspunkte. Auch größere Ansammlungen von Beutefischen können Hinweise liefern. Wo regelmäßig Nahrung vorhanden ist, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass dort früher oder später auch Räuber auftauchen.

Genau in einem solchen stehenden Gewässer im Bodensee-Umland habe ich auch den weiter oben beschriebenen jungen Wels gefangen. Mein Fang beweist natürlich nicht, dass jeder vergleichbare Platz automatisch Welse beherbergt. Er zeigt aber, dass man auch in kleineren Seen außerhalb der bekannten großen Welsreviere mit dieser Fischart rechnen kann.

Welsangeln im Fluss

Im Fluss kommt die Strömung als zusätzlicher Faktor hinzu. Sie beeinflusst sowohl die Standplätze der Fische als auch die Montage. Interessant sind unter anderem tiefe Rinnen, Buhnenfelder, Strömungskanten und ruhigere Bereiche hinter Hindernissen. Übergänge zwischen schneller und langsamer Strömung verdienen ebenfalls Aufmerksamkeit.

Beim Wels Angeln auf Grund muss das verwendete Gewicht so gewählt werden, dass die Montage am gewünschten Platz bleibt. Gleichzeitig wirkt die Strömung auf die Hauptschnur und kann dadurch zusätzlichen Druck erzeugen. Das macht nicht nur das Auslegen der Montage anspruchsvoller, sondern spielt später auch während des Drills eine Rolle.

Besonders vorsichtig wäre ich an Steinpackungen und anderen scharfkantigen Strukturen. Zieht ein Wels die Schnur darüber, kann selbst kräftiges Material beschädigt werden. Abriebfestes Vorfachmaterial und eine sinnvolle Wahl des Angelplatzes sind deshalb mindestens genauso wichtig wie eine hohe Tragkraft auf der Verpackung.

Wels vom Ufer angeln

Welse lassen sich problemlos vom Ufer befischen, sofern sich von dort interessante Bereiche erreichen lassen. Bei der Platzwahl sollte allerdings nicht nur berücksichtigt werden, wo der Köder abgelegt werden kann. Mindestens genauso wichtig ist die Frage, wo ein größerer Fisch später sicher gelandet werden soll.

Ein Platz direkt neben versunkenen Ästen kann zunächst hervorragend aussehen. Zieht ein großer Wels unmittelbar nach dem Biss jedoch in das Hindernis, wird der vermeintliche Vorteil schnell zum Problem. Ähnliches gilt für sehr steile Ufer, hohe Spundwände oder dichten Bewuchs unmittelbar am Wasser.

Beim Ansitz sollte außerdem ein stabiler Rutenhalter verwendet werden. Die Rute muss auch bei einem kräftigen Biss sicher stehen. Lösezange, Kescher beziehungsweise eine geeignete Landehilfe und weiteres benötigtes Zubehör würde ich bereits vor dem Auslegen der Montage griffbereit vorbereiten.

Wels vom Boot angeln

Vom Boot aus können Bereiche erreicht werden, die vom Ufer kaum sinnvoll zu befischen sind. Gleichzeitig lassen sich Kanten, Löcher und andere Strukturen gezielter absuchen. Je nach Methode wird stationär geangelt, vertikal gefischt oder ein Kunstköder aktiv geführt.

Die größere Bewegungsfreiheit ist ein klarer Vorteil. Wird an einem Bereich keine Aktivität festgestellt, lässt sich vergleichsweise schnell ein anderer Platz anfahren. Gleichzeitig sollte man nicht unterschätzen, was ein großer Wels direkt neben einem kleinen Boot bedeutet. Die Ausrüstung muss ordentlich verstaut sein und alles, was für die Landung benötigt wird, sollte griffbereit liegen.

Besonders bei dieser Angelart würde ich auf unnötiges Chaos verzichten. Eine offene Zange irgendwo unter einer Tasche oder lose herumliegende Kunstköder mit Drillingen sind spätestens dann unangenehm, wenn sich ein kräftiger Fisch direkt neben dem Boot befindet.

Biss und Drill beim Welsangeln

Wie sich ein Welsbiss bemerkbar macht, hängt stark von der verwendeten Montage ab. Bei einem Ansitz kann sich zunächst Bewegung in der Schnur zeigen, während andere Montagen auf einen deutlich stärkeren Selbsthakeffekt ausgelegt sind. Deshalb gibt es keinen einzelnen Ablauf, der bei jeder Welsmontage gleichermaßen richtig wäre.

Sobald der Fisch sicher hängt, sollte kontrolliert Druck aufgebaut werden. Dabei muss die Bremse so eingestellt sein, dass sie bei starken Fluchten Schnur freigeben kann. Gleichzeitig sollte der Wels insbesondere an hindernisreichen Stellen nicht völlig unkontrolliert ziehen können.

Besonders kritisch sind im Drill:

  • versunkene Bäume und Äste
  • Steinpackungen
  • Brückenpfeiler
  • andere ausgelegte Montagen
  • starke Strömung

Mein eigener junger Wels war nach ungefähr fünf Minuten gelandet. Das ist aber kein sinnvoller Maßstab für einen normalen Welsdrill. Der Fisch war noch jung und ließ sich mit meinem Hechtgerät problemlos kontrollieren. Bei einem großen Wels kann die Belastung eine vollkommen andere Größenordnung erreichen. Ich habe Angelkollegen die nach 6 Stunden Drill den Wels dann verloren haben. Solche Zeiten sind keine Ausnahme.

Wels sicher landen

Die Landung sollte bereits vor dem ersten Biss durchdacht sein. Bei kleineren Exemplaren kann ein ausreichend dimensionierter Kescher funktionieren. Bei sehr großen Welsen kommen andere Landetechniken infrage, für die entsprechende Erfahrung erforderlich ist.

Wichtig ist vor allem, dass benötigtes Werkzeug bereits bereitliegt. Eine stabile Lösezange und gegebenenfalls eine geeignete Unterlage sollten nicht erst gesucht werden müssen, wenn der Fisch bereits gelandet ist. Soll der Wels zurückgesetzt werden, sollte die Zeit außerhalb des Wassers möglichst kurz bleiben.

Auch Fotos lassen sich besser vorbereiten. Das gilt besonders, wenn man einen außergewöhnlichen Fang dokumentieren möchte. Bei meinem eigenen Wels war genau dieses Foto im Nachhinein besonders wertvoll, weil der Fang vollkommen unerwartet kam.

Kann man Wels essen?

Wels ist grundsätzlich ein beliebter Speisefisch. Sein Fleisch besitzt vergleichsweise wenige störende Gräten und lässt sich auf unterschiedliche Arten zubereiten. Ob ein gefangener Wels tatsächlich entnommen werden darf, richtet sich allerdings nach den geltenden Bestimmungen am jeweiligen Gewässer. Mindestmaße, Schonbestimmungen und mögliche Entnahmeregeln sollten deshalb immer vorher geprüft werden.

Geschmacklich war mein eigener Fang eine echte Überraschung. Der junge Wels hatte keinerlei erdigen oder modrigen Beigeschmack. Das Fleisch war mild und frisch und hat mir persönlich sogar besser geschmeckt als die anderen Fischarten, die ich bis dahin gegessen hatte.

Daraus würde ich trotzdem keine pauschale Regel ableiten, dass junge Welse grundsätzlich besser schmecken. Gewässer, Nahrung und weitere Faktoren können Einfluss auf die Fleischqualität haben. Es beschreibt schlicht meine Erfahrung mit diesem einen Fisch.

Häufige Fehler beim Angeln auf Wels

Einer der wichtigsten Fehler betrifft die Ausrüstung. Wer gezielt auf Wels angeln möchte, sollte sein Gerät nicht nur für den erhofften Durchschnittsfisch auswählen. Auch in einem Gewässer mit vielen kleineren Exemplaren kann ein wesentlich größerer Wels einsteigen. Sämtliche Komponenten der Montage sollten deshalb ausreichend belastbar sein.

Ebenso problematisch ist die Vorstellung, Welse müssten immer am tiefsten Punkt des Gewässers direkt auf dem Boden stehen. Grundangeln funktioniert sehr gut, trotzdem können die Fische unterschiedliche Wasserschichten nutzen. Bleibt eine Montage lange erfolglos, können ein anderer Platz oder eine veränderte Köderhöhe sinnvoller sein als stundenlanges unverändertes Warten.

Ein weiterer Punkt ist die Landung. Der beste Angelplatz hilft wenig, wenn ein größerer Fisch dort praktisch nicht sicher aus dem Wasser gebracht werden kann. Gerade bei steilen Ufern oder vielen Hindernissen sollte deshalb bereits vor dem Angeln geklärt sein, wie ein möglicher Fang gelandet werden kann.

Häufige Fragen zum Angeln auf Wels (FAQ)

Welcher Köder eignet sich am besten für Wels?

Tauwürmer und geeignete Fischköder gehören zu den klassischen Naturködern. Welse lassen sich aber ebenfalls mit Gummifischen, Blinkern und Wobblern fangen. Welche Variante am besten funktioniert, hängt von Gewässer, Angelplatz und Methode ab.

Kann man Wels auf Grund angeln?

Ja. Das Grundangeln ist eine der klassischen Methoden für einen Welsansitz. Der Köder kann unmittelbar am Grund oder beispielsweise mit einer Unterwasserpose etwas darüber angeboten werden.

Wann beißen Welse am besten?

Die wärmeren Monate sind besonders interessant, weil Welse mit steigenden Wassertemperaturen aktiver werden. Dämmerung und Nacht gelten als gute Zeiten, Fänge sind aber auch tagsüber möglich.

Kann man einen Wels mit Blinker fangen?

Ja. Welse können aktiv geführte Kunstköder wie Blinker attackieren. Meinen eigenen jungen Wels habe ich sogar beim Blinkern auf Hecht gefangen, obwohl ich an diesem Tag überhaupt nicht gezielt auf Wels geangelt habe.

Welche Tiefe ist beim Welsangeln richtig?

Eine pauschal optimale Tiefe gibt es nicht. Welse können sich abhängig von Gewässer, Jahreszeit, Wassertemperatur und Nahrungsangebot in unterschiedlichen Tiefen aufhalten. Kanten und andere Strukturen sind häufig interessanter als einfach nur die tiefste Stelle des Gewässers.

Braucht man eine spezielle Welsrute?

Für gezieltes Welsangeln ist kräftiges, auf diese Fischart abgestimmtes Gerät sinnvoll. Bei einem zufälligen kleinen Wels kann normales Raubfischgerät ausreichen, daraus sollte man aber nicht schließen, dass es auch für einen großen Wels geeignet ist.

Fazit: Auf Wels angeln ist vielseitiger als klassisches Grundangeln

Beim Angeln auf Wels gibt es nicht die eine Montage oder den einen Köder, der überall funktioniert. Tauwürmer und Fischköder sind beim Ansitz bewährte Möglichkeiten, während sich aktive Welse ebenso mit Gummifisch, Wobbler oder Blinker fangen lassen. Besonders beim Grundangeln lohnt es sich, neben dem Angelplatz auch darüber nachzudenken, in welcher Höhe der Köder präsentiert werden soll.

Mein eigener Fang hat mir vor allem gezeigt, wie überraschend diese Fischart sein kann. Eigentlich wollte ich in einem See im Bodensee-Umland einen Hecht mit dem Blinker fangen. Rund fünf Minuten nach dem Biss hielt ich stattdessen einen jungen Wels in den Händen. Dass mir genau das noch einmal passiert, halte ich für eher unwahrscheinlich, aber gerade deshalb ist mir dieser Fang besonders in Erinnerung geblieben.

Wer gezielt auf Wels angeln möchte, sollte sich natürlich nicht auf einen solchen Zufall verlassen. Ein guter Angelplatz, eine passende Köderpräsentation und ausreichend kräftiges Gerät bilden die wesentlich bessere Grundlage. Vor allem sollte die Ausrüstung immer so gewählt werden, dass nicht nur der erhoffte Fisch, sondern auch ein unerwartet großes Exemplar sicher gedrillt und gelandet werden kann.

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Roman Esch

Angler vom Bodensee mit Schwerpunkt auf Hecht- und Barschangeln sowie praxisnahen Angelmethoden, Montagen, Ködern und Ausrüstung. Auf Fischenlernen.de fließen eigene Erfahrungen am Wasser, sorgfältige Recherche und verständliche Anleitungen für Einsteiger und fortgeschrittene Angler zusammen.

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