Fischen auf Egli: Köder, Montagen und Fangplätze
Das Fischen auf Egli gehört in der Schweiz zu den beliebtesten Formen des Raubfischangelns. Egli lassen sich in vielen Seen, Flüssen und Kanälen fangen, verlangen aber mehr Aufmerksamkeit, als ihr Ruf als unkomplizierter Schwarmfisch vermuten lässt. Während kleine Exemplare häufig in größeren Gruppen unterwegs sind, stehen kapitale Fische oft tiefer, näher an markanten Strukturen oder etwas abseits des eigentlichen Schwarms.
Egli ist die in der Schweiz gebräuchliche Bezeichnung für den Flussbarsch. Am Bodensee wird derselbe Fisch auf deutscher Seite häufig Kretzer genannt. Ich angle selbst regelmäßig am Bodensee und kenne den Fisch daher aus der Praxis. Unabhängig von der regionalen Bezeichnung entscheidet vor allem die Suche nach dem richtigen Standort über den Erfolg.
| Bereich | Empfehlung | Einsatz |
|---|---|---|
| Köder | Gummifisch | grundnah |
| Montage | Dropshot | langsam |
| Fangplatz | Kante | große Egli |
| Hauptschnur | Geflecht | direkter Kontakt |
| Fangzeit | Morgen und Abend | aktive Fische |
Was ist ein Egli?
Der Egli, wissenschaftlich Flussbarsch genannt, besitzt einen hochrückigen Körper, dunkle Querstreifen und auffällige Bauchflossen. Seine stachelige erste Rückenflosse macht ihn leicht erkennbar. Die Färbung kann sich je nach Gewässer, Untergrund und Lebensraum deutlich unterscheiden.

Junge Egli leben häufig in Schwärmen und ernähren sich unter anderem von kleinen Wirbellosen. Mit zunehmender Größe gewinnen kleine Fische als Beute an Bedeutung. Große Egli schließen sich oft zu kleineren Gruppen zusammen oder ziehen zeitweise allein umher. Genau deshalb fängt ein Platz mit vielen kleinen Exemplaren nicht automatisch auch die größten Fische.
In Deutschland heißt der Fisch überwiegend Flussbarsch oder kurz Barsch. Wer im Schweizer Internet nach Fangmethoden sucht, verwendet dagegen Begriffe wie Eglifischen, Egli fangen oder Fischen auf Egli. Gemeint ist immer dieselbe Fischart.
Wo stehen Egli?
Ein Egli hält sich selten ohne Grund an einer bestimmten Stelle auf. Interessant sind Bereiche, die Nahrung, Deckung oder eine schnelle Verbindung zwischen flachem und tiefem Wasser bieten. Dazu gehören Kanten, Krautfelder, Steinpackungen, Hafenbecken, Brückenpfeiler und Bootsanleger.
Auch Einläufe können attraktiv sein. Die Strömung trägt Nahrung ins Gewässer und verändert die Sauerstoffverhältnisse. Allerdings gelten an Einläufen, Hafenanlagen und Schifffahrtsbereichen häufig besondere Betretungs- oder Angelverbote. Ein optisch interessanter Platz darf deshalb nicht automatisch befischt werden.
Kanten und abfallende Ufer
Tiefenkanten gehören zu den zuverlässigsten Bereichen beim Fischen auf Egli. Die Fische können dort zwischen unterschiedlichen Wassertiefen wechseln und Beutefische abfangen. Besonders interessant sind Kanten, an denen zusätzlich Steine, Muschelbänke oder einzelne Pflanzen vorkommen.
Vom Ufer aus erkennt man solche Übergänge nicht immer sofort. Ein absinkender Jigkopf hilft dabei, die Tiefe grob einzuschätzen. Dauert das Absinken nach einem Wurf plötzlich deutlich länger, wurde wahrscheinlich ein tieferer Bereich erreicht.
Krautfelder und freie Taschen
Wasserpflanzen bieten kleinen Fischen Schutz und ziehen dadurch jagende Egli an. Statt den Köder mitten durch dichtes Kraut zu ziehen, lohnt sich meist das Befischen der Außenkante. Auch freie Stellen innerhalb eines Pflanzenfeldes können Bisse bringen.
Leichte Jigköpfe und krautarme Montagen bleiben hier seltener hängen. Ein Texas-Rig lässt sich beispielsweise durch lückige Vegetation führen, während ein frei liegender Jighaken schneller Pflanzen einsammelt.
Häfen, Mauern und Stege
Hafenbecken bieten Schatten, unterschiedliche Tiefen und zahlreiche harte Strukturen. Kleine Futterfische halten sich dort gerne auf. Dadurch können Häfen besonders im Sommer und Herbst gute Egli-Plätze sein.
Bevor dort gefischt wird, müssen die örtlichen Regeln geprüft werden. Private Stege, gesperrte Hafenbereiche und Bereiche des Schiffsverkehrs sind keine frei zugänglichen Angelplätze. Auch das Angeln zwischen festgemachten Booten kann untersagt sein oder zu Schäden führen.
Jungfischschwärme beobachten
Raubende Egli verraten sich gelegentlich durch flüchtende Kleinfische und Bewegung an der Oberfläche. Möwen, die wiederholt über derselben Stelle ins Wasser stoßen, können ebenfalls auf einen Jungfischschwarm hinweisen.
Die sichtbare Jagd kann jedoch schnell vorbei sein. Ein kleiner Wobbler, Spinner oder Gummifisch sollte deshalb griffbereit montiert sein. Wer erst mehrere Minuten nach dem passenden Köder sucht, wirft möglicherweise bereits auf einen leeren Platz.
Die beste Jahreszeit zum Fischen auf Egli
Egli lassen sich grundsätzlich während eines großen Teils des Jahres fangen. Ihre Standplätze und die passende Köderführung verändern sich jedoch mit der Wassertemperatur, dem Nahrungsangebot und der Fortpflanzungszeit. Zusätzlich gelten je nach Kanton und Gewässer unterschiedliche Schonzeiten.
Egli im Frühling
Im Frühling erwärmen sich flache Buchten und geschützte Uferbereiche zuerst. Dort sammelt sich Nahrung, wodurch auch kleinere Fische und Egli angelockt werden. Steigende Temperaturen bedeuten aber nicht automatisch, dass jeder Flachwasserplatz sofort Fisch bringt.
Nach der Fortpflanzungszeit können kleinere Köder und eine eher zurückhaltende Führung sinnvoll sein. Flache Bereiche sollten leise befischt werden, da sich die Fische bei klarem Wasser schnell durch Schritte, Schatten und hektische Bewegungen stören lassen.
Egli im Sommer
Während des Sommers können Egli früh morgens und am Abend sehr aktiv sein. Dann jagen sie teilweise dicht am Ufer oder nahe der Oberfläche. Kleine Wobbler, Spinner und flach laufende Gummifische eignen sich für diese Situationen.
Am hellen Tag ziehen sich die Fische häufig in tiefere Bereiche, an Kanten oder in den Schatten zurück. Eine Dropshot-Montage oder ein langsam geführter Gummifisch kann dort länger in der interessanten Zone gehalten werden. An sehr warmen Tagen sollte außerdem auf einen schnellen und schonenden Umgang mit zurückzusetzenden Fischen geachtet werden.
Egli im Herbst
Der Herbst zählt zu den interessantesten Zeiten für große Egli. Viele Räuber orientieren sich jetzt stark an den vorhandenen Futterfischen. Wer die Beute findet, hat deshalb gute Chancen, auch auf Egli zu treffen.
Köder dürfen nun etwas größer ausfallen, sollten aber weiterhin zum vorhandenen Beutefisch passen. An manchen Tagen funktionieren aktiv geführte Gummifische, während die Fische an anderen Tagen nur auf eine langsame Präsentation dicht über dem Grund reagieren.
Egli im Winter
In kaltem Wasser reduzieren Egli häufig ihre Aktivität und stehen tiefer. Der Köder sollte langsam geführt werden und längere Ruhephasen bekommen. Besonders das Dropshot-Rig ermöglicht eine zurückhaltende Präsentation, ohne den Köder ständig aus dem Fangbereich zu ziehen.
Nicht jedes Gewässer darf im Winter befischt werden. Eisflächen dürfen außerdem nur betreten werden, wenn dies ausdrücklich erlaubt und nachweislich sicher ist. Die Vorschriften des jeweiligen Gewässers haben immer Vorrang.
Welche Ausrüstung eignet sich zum Eglifischen?
Für die meisten Methoden genügt eine leichte bis mittlere Spinnrute. Vom Ufer aus bieten Ruten zwischen etwa 2,10 und 2,40 Metern eine gute Mischung aus Wurfweite und Köderkontrolle. Auf dem Boot kann eine kürzere Rute angenehmer sein.
Das Wurfgewicht richtet sich nach Köder, Wassertiefe und Strömung. Ein Bereich von ungefähr 3 bis 15 Gramm passt zu sehr leichten Ködern. Wer größere Gummifische, Wobbler oder schwerere Bleie verwenden möchte, greift eher zu einer Rute bis etwa 25 Gramm Wurfgewicht. Das sind Orientierungswerte und keine festen Vorgaben.
Eine Stationärrolle der Größe 1000 bis 2500 reicht in vielen Situationen aus. Die Bremse muss sauber anlaufen, da Egli ein vergleichsweise weiches Maul besitzen. Eine zu hart eingestellte Bremse und ein besonders kräftiger Anschlag erhöhen das Risiko, dass ein knapp gehakter Fisch ausschlitzt.
Geflochtene oder monofile Schnur?
Geflochtene Schnur überträgt Grundkontakt und vorsichtige Bisse sehr direkt. Das hilft besonders beim Jiggen und Dropshot-Fischen. Für leichte Montagen eignet sich je nach Tragkraft und Einsatzbereich häufig ein dünner Durchmesser.
Vor der geflochtenen Hauptschnur wird meist ein Vorfach aus Fluorocarbon oder abriebfester Monofilschnur verwendet. Ein Bereich von ungefähr 0,20 bis 0,30 Millimetern deckt viele Situationen ab. Scharfe Steine, Muscheln und größere Beifänge können ein stärkeres Vorfach erforderlich machen.
Wo regelmäßig mit Hechten gerechnet werden muss, gehört das Risiko eines Abbisses in die Planung. Ein hechtsicheres Vorfach kann notwendig sein, auch wenn es die Präsentation eines sehr kleinen Egli-Köders beeinflusst. Maßgeblich sind außerdem die Vorgaben des jeweiligen Gewässers.
Wer seine Rolle selbst vorbereitet, findet in unserem Ratgeber zum Angelrolle bespulen eine ausführliche Anleitung.
Die besten Köder für Egli
Der beste Egli-Köder hängt stärker von der jeweiligen Situation als von einer einzelnen Farbe oder Marke ab. Ködergröße, Lauftiefe und Führung müssen zum Standplatz der Fische passen. Ein unscheinbarer Köder in der richtigen Tiefe fängt häufig besser als ein auffälliges Modell, das über oder unter den Fischen läuft.
Gummifische
Kleine Gummifische gehören zu den vielseitigsten Ködern beim Fischen auf Egli. Modelle zwischen etwa fünf und zehn Zentimetern passen zu vielen Situationen. Sehr kleine Köder bringen häufig schnell Bisse, fangen aber nicht ausschließlich große Fische.
Am klassischen Jigkopf lässt sich ein Gummifisch über den Grund führen. Nach dem Auswerfen sinkt er an gespannter Schnur ab. Anschließend wird er mit kurzen Bewegungen der Rute oder einigen Kurbelumdrehungen angehoben und erneut absinken gelassen. Viele Bisse kommen während dieser Absinkphase.
Das Gewicht des Jigkopfs sollte nur so hoch sein, dass der Grundkontakt noch kontrollierbar bleibt. Ein unnötig schwerer Kopf lässt den Köder unnatürlich schnell absinken und kann vorsichtige Bisse erschweren. Mehr dazu erklärt unser Beitrag über das Angeln mit Jigkopf.
Wobbler
Wobbler eignen sich besonders für aktive Egli. Kleine Minnows und Crankbaits können parallel zu Krautkanten, Mauern und Steinpackungen geführt werden. Modelle mit schwebendem Lauf bleiben während eines Stopps länger in der gewünschten Tiefe.
Gleichmäßiges Einkurbeln funktioniert vor allem bei aggressiven Fischen. Bleiben die Bisse aus, helfen kurze Schläge mit der Rutenspitze und bewusste Pausen. Häufig erfolgt der Angriff genau dann, wenn der Wobbler kurz stehen bleibt oder langsam aufsteigt.
Spinner und Löffel
Spinner erzeugen Druckwellen und Lichtreflexe. Sie lassen sich einfach führen und eignen sich gut, um größere Flächen abzusuchen. Besonders in leicht eingetrübtem Wasser können sie schnell Aufmerksamkeit erzeugen.
Kleine Löffel lassen sich ebenfalls weit werfen und in verschiedenen Tiefen anbieten. Die Einholgeschwindigkeit entscheidet darüber, wie tief der Köder läuft. In hindernisreichen Bereichen steigt mit Drillingen allerdings die Hängergefahr.
Würmer und andere Naturköder
Ein Wurm am Haken ist ein klassischer Egli-Köder. Er kann mit einem Zapfen, am Grund oder an einer Dropshot-Montage angeboten werden. Gerade vorsichtige Fische reagieren mitunter besser auf einen Naturköder als auf einen aktiv geführten Kunstköder.
Für Naturköder gelten je nach Gewässer besondere Bestimmungen. Das betrifft unter anderem erlaubte Köder, Hakenzahl und die Verwendung von Köderfischen. Vor dem Angeln muss daher das aktuelle Reglement gelesen werden.
Die besten Montagen zum Fischen auf Egli
Eine Montage sollte nicht möglichst kompliziert sein, sondern den Köder kontrolliert in der richtigen Tiefe präsentieren. Drei Systeme decken bereits einen großen Teil der typischen Situationen ab.
Jigkopf-Montage
Die Jigkopf-Montage besteht aus einem Bleikopf mit festem Haken und einem aufgezogenen Gummiköder. Sie eignet sich zum Absuchen von Kanten, Steinflächen und anderen grundnahen Bereichen. Gleichzeitig liefert sie gute Rückmeldung über die Beschaffenheit des Untergrunds.
Damit der Gummifisch gerade läuft, muss er mittig auf den Haken gezogen werden. Sitzt er schief, dreht er sich möglicherweise ein oder läuft unnatürlich. Vor dem ersten Wurf lohnt sich deshalb ein kurzer Test im flachen Wasser.
Dropshot-Rig
Beim Dropshot-Rig sitzt das Gewicht am Ende der Schnur, während der Haken darüber angebracht wird. Dadurch kann der Köder mit Abstand zum Grund angeboten werden. Die Höhe lässt sich an den Standort der Fische anpassen.
Das Rig eignet sich besonders für langsames Fischen. Kleine Bewegungen reichen aus, um dem Köder Leben einzuhauchen. Zwischendurch sollte die Montage bewusst ruhig gehalten werden. Gerade vorsichtige Egli nehmen den Köder häufig während einer Pause.
Vom Boot lässt sich das Dropshot-Rig vertikal einsetzen. Vom Ufer aus kann es langsam über interessante Bereiche gezogen werden. In beiden Fällen sollte das Blei so leicht wie möglich und so schwer wie nötig ausfallen.
Carolina- und Texas-Rig
Beim Carolina-Rig läuft das Gewicht getrennt vom Köder auf der Schnur. Dadurch kann sich der Gummiköder nach einer Bewegung langsam und frei absenken. Diese verzögerte Präsentation eignet sich für zurückhaltende Egli.
Das Texas-Rig wird kompakter aufgebaut und lässt sich besser durch Pflanzen oder zwischen Hindernissen führen. Bei beiden Montagen schützen passende Perlen den Knoten und können je nach Aufbau Geräusche erzeugen. Unser Beitrag über Gummiperlen beim Angeln erklärt ihre Funktion genauer.
Hegene oder Gambe
In der Schweiz wird auch mit einer Hegene beziehungsweise Gambe auf Egli gefischt. Mehrere künstliche Nymphen oder kleine Köder werden dabei an Seitenarmen über dem Gewicht angeboten. Die Montage wird meist vertikal vom Boot geführt.
Ob, wann und mit wie vielen Anbissstellen eine solche Montage erlaubt ist, bestimmt das jeweilige Reglement. Die Hegene darf deshalb nicht ungeprüft von einem Gewässer auf ein anderes übernommen werden.
Egli vom Ufer fischen
Beim Uferangeln ist die Beweglichkeit ein großer Vorteil. Statt lange an einem leeren Platz zu bleiben, sollten unterschiedliche Wassertiefen und Strukturen systematisch abgesucht werden. Einige Würfe fächerförmig nach links, geradeaus und nach rechts zeigen häufig schnell, ob aktive Fische anwesend sind.

Lange Würfe sind nicht immer notwendig. An Mauern, Stegen und steil abfallenden Ufern können Egli unmittelbar vor den Füßen stehen. Deshalb sollte zunächst der Nahbereich ruhig befischt werden, bevor man bis zum Horizont wirft.
Leichtes Gepäck erleichtert den Platzwechsel. Rute, Köderbox, Lösezange und ein ausreichend langer Kescher genügen für viele Touren. Welches Modell sich für unterschiedliche Ufer eignet, zeigt unser Vergleich zum Thema Kescher beim Angeln.
Fischen auf Egli vom Boot
Ein Boot erschließt Kanten und tiefe Bereiche, die vom Ufer nicht erreichbar sind. Außerdem können Schwärme vertikal befischt werden. Echolot und Tiefenkarte erleichtern die Suche, ersetzen aber nicht die Beobachtung des Gewässers.
Über einem gefundenen Schwarm funktionieren Dropshot-Rig, Hegene und vertikal geführte Gummifische. Treibt das Boot zu schnell, verliert der Köder jedoch die gewünschte Position. Ein kontrollierter Driftwinkel ist wichtiger als möglichst viel Bewegung.
Beim Bootsangeln müssen Rettungsmittel, Wetterentwicklung und örtliche Fahrregeln berücksichtigt werden. Gerade größere Voralpenseen können sich bei Wind schnell verändern. Wer ein kleines aufblasbares Boot einsetzen möchte, sollte vorher prüfen, ob es für das Gewässer geeignet und dort zugelassen ist. Unser Ratgeber zum Schlauchboot fürs Angeln behandelt die wichtigsten Auswahlkriterien.
Gezielt große Egli fangen
Große Egli stehen nicht zwangsläufig mitten in einem Schwarm kleiner Fische. Sie können sich an tieferen Kanten, einzelnen Hindernissen oder etwas unterhalb eines Jungfischschwarms aufhalten. Deshalb lohnt es sich, nach mehreren kleinen Fängen die Tiefe oder den Standort leicht zu verändern.
Ein größerer Köder kann die Zahl sehr kleiner Fische reduzieren, ist aber keine Garantie für einen kapitalen Egli. Auch große Barsche nehmen kleine Beute. Wichtiger als die reine Ködergröße sind eine saubere Präsentation und ein Platz, an dem größere Fische tatsächlich Nahrung finden.
Bei einem auffälligen Größenunterschied innerhalb des Schwarms kann der Köder bewusst unter den kleineren Fischen angeboten werden. Ein schwererer Jigkopf oder Dropshot-Rig erreicht diesen Bereich schneller. Dabei darf das Gewicht nicht so hoch gewählt werden, dass die Köderkontrolle verloren geht.
Köderfarben richtig auswählen
Natürliche Farben wie Braun, Grün, Grau und Silber passen zu klarem Wasser und ruhigen Bedingungen. Bei trübem Wasser oder geringer Sicht können kräftigere Farben und stärkere Kontraste besser auffallen. Eine starre Farbregel gibt es dennoch nicht.
Bevor die gesamte Köderbox durchprobiert wird, sollten zunächst Tiefe, Geschwindigkeit und Führung verändert werden. Diese Faktoren entscheiden häufig stärker über den Erfolg als ein minimal anderer Farbton. Erst wenn Standort und Lauftiefe stimmen, lohnt sich die gezielte Suche nach der an diesem Tag bevorzugten Farbe.
Den Biss erkennen und richtig anschlagen
Ein Egli-Biss kann sich als deutlicher Schlag zeigen, aber auch nur durch eine kurz erschlaffende Schnur bemerkbar machen. Besonders beim Absinken des Gummifischs muss die Schnur deshalb beobachtet werden. Wandert sie seitlich oder stoppt der Köder zu früh, sollte kontrolliert angeschlagen werden.
Der Anschlag muss nicht übermäßig hart ausfallen. Eine straffe Rute und geflochtene Schnur übertragen bereits viel Kraft. Im Drill sollte die Bremse Schnur freigeben können, damit der Haken nicht aus dem Maul ausschlitzt.
Egli besitzen harte Stacheln an der Rückenflosse. Beim Greifen wird die Hand daher vorsichtig von vorne nach hinten über den Fisch geführt. Ein gummierter Kescher und eine Lösezange erleichtern die sichere Versorgung.
Häufige Fehler beim Eglifischen
Viele erfolglose Angeltage entstehen nicht durch den falschen Köder, sondern durch das Festhalten an einem unproduktiven Platz. Egli sind beweglich und können einem Beuteschwarm folgen. Bleiben Kontakte aus, sollten Wassertiefe, Standort oder Führung verändert werden.
Ein weiterer Fehler ist eine zu schnelle Köderführung. Aktive Egli verfolgen einen zügig geführten Köder, vorsichtige Fische benötigen dagegen längere Pausen. Wer immer im gleichen Tempo fischt, erreicht nur einen Teil der vorhandenen Fische.
Auch ein zu schwerer Jigkopf kostet Bisse. Der Köder schlägt hart auf dem Grund auf und verbringt nur wenig Zeit in der Absinkphase. Das Gewicht sollte deshalb an Tiefe, Wind und Strömung angepasst werden.
Schließlich wird die Landung häufig zu spät vorbereitet. Kescher und Lösezange müssen erreichbar sein, bevor ein Fisch beißt. Soll der Fang dokumentiert werden, gehört auch ein geeignetes Maßband zum Angeln griffbereit zur Ausrüstung.
Fischereipatent und Regeln in der Schweiz
Die Vorschriften zum Fischen auf Egli unterscheiden sich zwischen Kantonen und Gewässern. Je nach Ort gelten eigene Regelungen zu Fischereipatent, Schonzeit, Schonmaß, Fangzahl, erlaubten Ködern und Anzahl der Haken. An einigen Seen kommen zusätzliche lokale Bestimmungen hinzu.
Deshalb sollte niemals eine allgemeine Tabelle aus dem Internet als alleinige Grundlage verwendet werden. Maßgeblich sind das aktuelle Patent und das Reglement für das konkrete Gewässer. Das gilt auch dann, wenn in einem benachbarten Kanton oder in einem anderen Teil desselben Sees andere Regeln gelten.
Am Bodensee treffen mehrere Länder und regionale Zuständigkeiten aufeinander. Wer dort auf Egli fischt, muss sich an die Vorschriften des jeweiligen Bereichs halten. Weitere Grundlagen findest du in unserem Ratgeber zum Fischen am Bodensee.
Wie viele Egli darf man am Bodensee fangen?

Am Bodensee hängt die tägliche Höchstzahl vom befischten Seeteil ab. Im Obersee einschließlich des Überlinger Sees dürfen Angler höchstens 30 Barsche pro Tag fangen. Am Untersee einschließlich des Zeller Sees liegt die Grenze bei 50 Barschen pro Sportfischer und Tag. Zusätzliche oder strengere Vorgaben auf der Angelkarte müssen ebenfalls beachtet werden.
Wie schnell sich eine größere Fangzahl ergeben kann, habe ich selbst am Bodensee erlebt. Bei einer gemeinsamen Tour am Untersee fingen wir innerhalb von nur einer Stunde insgesamt 40 Egli. Ein solches Ergebnis ist keineswegs alltäglich, zeigt aber eindrucksvoll, wie konzentriert und aktiv ein gefundener Barschschwarm sein kann.
FAQ zum Fischen auf Egli
Was ist der beste Köder für Egli?
Kleine Gummifische zwischen etwa fünf und zehn Zentimetern sind besonders vielseitig. Wobbler, Spinner, Würmer und Dropshot-Köder können ebenfalls sehr gut funktionieren. Entscheidend sind Standort, Tiefe und Köderführung.
Wann beißen Egli am besten?
Im Sommer sind Morgen und Abend oft interessant, während die Fische tagsüber tiefer stehen können. Im Herbst orientieren sie sich stark an Jungfischschwärmen. Grundsätzlich können Egli aber zu unterschiedlichen Tageszeiten gefangen werden.
Wo findet man große Egli?
Große Exemplare stehen häufig an tiefen Kanten, harten Strukturen, Krauträndern und in der Nähe von Beutefischen. Sie halten sich nicht immer mitten im Schwarm kleiner Egli auf.
Welche Rute eignet sich zum Eglifischen?
Für viele Methoden eignet sich eine leichte bis mittlere Spinnrute zwischen ungefähr 2,10 und 2,40 Metern. Das passende Wurfgewicht hängt von Köder, Gewässertiefe und Strömung ab.
Ist Egli dasselbe wie Barsch?
Ja. Egli ist die in der Schweiz verbreitete Bezeichnung für den Flussbarsch. Am Bodensee wird er teilweise auch Kretzer genannt.
Kann man Egli vom Ufer fangen?
Egli lassen sich sehr gut vom Ufer fangen. Interessant sind Hafenbereiche, Mauern, Krautkanten, Steinpackungen und steil abfallende Ufer. Zugänglichkeit und Angelverbote müssen vorher geprüft werden.
Welche Montage ist für Anfänger geeignet?
Ein kleiner Gummifisch am Jigkopf ist einfach aufgebaut und vielseitig einsetzbar. Das Dropshot-Rig eignet sich ebenfalls gut, wenn der Köder langsam und lange in einer bestimmten Tiefe angeboten werden soll.
Braucht man in der Schweiz ein Fischereipatent?
Das hängt vom Kanton, Gewässer und der verwendeten Methode ab. Teilweise existieren begrenzte Freiangelrechte, während andernorts ein Patent erforderlich ist. Vor jedem Angeltrip müssen die aktuellen örtlichen Bestimmungen geprüft werden.
Fazit: Beim Fischen auf Egli entscheidet der Standort
Erfolgreiches Fischen auf Egli beginnt nicht mit einer möglichst großen Köderauswahl, sondern mit der Suche nach den Fischen. Kanten, Krautfelder, Häfen, Stege und Jungfischschwärme liefern wichtige Hinweise. Wer Wassertiefe und Köderführung an die Jahreszeit anpasst, erhöht seine Chancen deutlich.
Gummifisch, Dropshot-Rig und kleine Wobbler decken bereits viele Situationen ab. Trotzdem sollte keine Methode starr gefischt werden. Aktive Egli verlangen oft eine schnelle Köderführung, während vorsichtige Fische auf lange Pausen und eine ruhige Präsentation reagieren.
Am wichtigsten bleibt das aktuelle Gewässerreglement. Patentpflicht, Schonzeiten, Schonmaße und erlaubte Montagen können sich innerhalb der Schweiz unterscheiden. Wer diese Vorgaben kennt, seine Plätze systematisch absucht und flexibel auf die Fische reagiert, besitzt die besten Voraussetzungen für erfolgreiches Eglifischen.


