Spinnerbaits Barsch: Führung, Auswahl und 5 passende Modelle
Spinnerbaits auf Barsch wirken auf den ersten Blick ungewöhnlich. Der gebogene Drahtarm, die rotierenden Metallblätter und der Fransenköder erinnern kaum an einen natürlichen Beutefisch. Im Wasser entsteht jedoch eine auffällige Kombination aus Lichtreflexen, Druckwellen und Bewegung. Gerade aktive Barsche können darauf mit entschlossenen Attacken reagieren.
Besonders interessant sind Spinnerbaits in Bereichen, die sich mit gewöhnlichen Kunstködern nur schwer befischen lassen. Dazu gehören Krautfelder, versunkene Äste, Seerosen, Schilfkanten und andere Hindernisse. Der nach oben gerichtete Einzelhaken bleibt dort häufig seltener hängen als ein offen montierter Jigkopf oder ein Wobbler mit mehreren Drillingen. Vollständig hängerfrei ist allerdings auch ein Spinnerbait nicht.
Beim Barschangeln kommt es vor allem auf die passende Größe an. Viele klassische Spinnerbaits wurden für Hechte oder Schwarzbarsche entwickelt und fallen für deutsche Flussbarsche vergleichsweise groß aus. Kompakte Modelle zwischen ungefähr 3,5 und 10 Gramm lassen sich meistens vielseitiger einsetzen. Schwerere Ausführungen können dennoch sinnvoll sein, wenn größere Barsche gesucht, tiefere Bereiche befischt oder kräftige Hechte als Beifang erwartet werden.
Was ist ein Spinnerbait?
Ein Spinnerbait ist ein Kunstköder mit einem V-förmig oder abgewinkelt gebogenen Drahtarm. An dessen unterem Ende befinden sich ein beschwerter Kopf, ein fest montierter Einzelhaken und meistens ein beweglicher Fransenköder. Am oberen Drahtarm drehen sich ein oder mehrere Metallblätter.

Beim Einholen setzen sich die Spinnerblätter in Bewegung. Dadurch entstehen Lichtreflexe und Vibrationen, die von Raubfischen über die Augen und das Seitenlinienorgan wahrgenommen werden können. Gleichzeitig pulsiert der sogenannte Skirt aus dünnen Silikonfasern um den Haken.
Ein Spinnerbait besitzt normalerweise keine Tauchschaufel. Seine Lauftiefe wird deshalb vor allem durch das Gewicht, die Größe der Spinnerblätter, die Geschwindigkeit beim Einholen und die Absinkzeit bestimmt. Je schneller der Köder geführt wird, desto höher läuft er meistens. Bei langsamer Führung oder längeren Absinkphasen erreicht er tiefere Wasserschichten.
Der Köder darf nicht mit einem gewöhnlichen Spinner verwechselt werden. Bei einem klassischen Spinner rotiert das Metallblatt unmittelbar um eine zentrale Achse. Ein Spinnerbait besitzt dagegen einen getrennten Drahtarm, an dem Kopf, Haken und Spinnerblätter versetzt angeordnet sind.
Weitere klassische Metallköder und ihre Führung werden im Beitrag Mit Blinker angeln erklärt. Einen Überblick über fischförmige Hartköder findest du außerdem im ausführlichen Ratgeber über Wobbler.
Wie ist ein Spinnerbait aufgebaut?
Obwohl verschiedene Hersteller eigene Formen verwenden, folgen die meisten Spinnerbaits demselben Grundprinzip. Die einzelnen Bestandteile beeinflussen gemeinsam, wie stark der Köder vibriert, in welcher Tiefe er läuft und wie gut er Hindernisse überwindet.
Der Drahtarm
Der Drahtarm verbindet den beschwerten Köderkopf mit den Spinnerblättern. Seine Form hält die rotierenden Blätter oberhalb des Hakens. Trifft der Köder auf Pflanzen oder einen Ast, kann der Draht einen Teil des Hindernisses abweisen.
Dünner Draht überträgt die Bewegungen der Spinnerblätter häufig besonders deutlich. Er kann sich jedoch leichter verbiegen. Kräftiger Draht hält hohen Belastungen besser stand, wirkt bei kleinen Spinnerbaits aber weniger fein. Nach einem Fischkontakt sollte deshalb kontrolliert werden, ob der Draht noch korrekt ausgerichtet ist.
Am Knickpunkt des Drahtes sitzt die Befestigungsöse. Geschlossene Ösen eignen sich besonders gut für einen Karabiner. Bei offenen Ösen kann der Karabiner während des Wurfs oder der Führung am Draht verrutschen. Ein kleiner Gummiring oder ein passender Ösenverschluss verhindert das bei vielen Modellen.
Die Spinnerblätter
Die rotierenden Metallblätter erzeugen einen Großteil der Vibrationen und Lichtreflexe. Spinnerbaits können ein einzelnes Blatt oder zwei hintereinander montierte Blätter besitzen. Mehr Blätter bedeuten jedoch nicht automatisch mehr Fänge. Entscheidend ist, ob die erzeugte Reizstärke zur Situation passt.
Willow-Blätter sind länglich und schmal. Sie erzeugen auffällige Lichtreflexe, bauen aber vergleichsweise wenig Wasserwiderstand auf. Deshalb eignen sie sich für eine zügige Führung und lassen den Köder nicht so stark aufsteigen.
Colorado-Blätter sind runder und erzeugen stärkere Druckwellen. Sie laufen bereits bei einer langsamen Geschwindigkeit an, ziehen den Köder jedoch stärker nach oben. In trübem Wasser oder bei langsamer Führung können diese deutlichen Vibrationen vorteilhaft sein.
Dazwischen liegen verschiedene Mischformen. Dazu zählen Indiana-Blätter, die Eigenschaften von Willow- und Colorado-Blättern miteinander verbinden. Für Einsteiger ist die genaue Bezeichnung weniger wichtig als die Erkenntnis, dass breite Blätter mehr Druck und schmale Blätter mehr Lichtreflexe erzeugen.
Kopf, Haken und Skirt
Der beschwerte Kopf stabilisiert den Lauf und bestimmt gemeinsam mit den Blättern die Sinkgeschwindigkeit. Seine Form soll den Köder an Hindernissen vorbeiführen. Viele Modelle besitzen auffällige Augen oder farbige Details, die einen zusätzlichen Angriffspunkt bilden können.
Hinter dem Kopf sitzt ein großer Einzelhaken. Weil seine Spitze nach oben zeigt und teilweise vom Drahtarm geschützt wird, bleibt er in Pflanzen häufig seltener hängen als ein Drilling. Dennoch können Schnur, Blätter und Skirt weiterhin Kraut aufnehmen.
Der Skirt besteht aus beweglichen Silikonfasern. Beim Einholen legen sie sich enger an den Haken. Während einer Pause öffnen sie sich wieder. Dieses Pulsieren vergrößert optisch das Köderprofil und sorgt für zusätzliche Bewegung.
Der Trailer
Als Trailer bezeichnen Angler einen zusätzlichen Gummiköder, der auf den Einzelhaken oder auf eine dafür vorgesehene Spirale geschoben wird. Häufig verwendet werden kleine Gummifische, Pintails, Krebse oder Twister.
Ein Trailer vergrößert das Profil und erzeugt je nach Form weitere Bewegungen. Gleichzeitig erhöht er das Gesamtgewicht und kann den Lauf verändern. Ein zu breiter oder zu langer Trailer bringt kleine Spinnerbaits gelegentlich aus dem Gleichgewicht.
Deshalb sollte der Spinnerbait zunächst ohne Trailer im flachen Wasser beobachtet werden. Läuft er gerade und stabil, kann anschließend ein schlanker Gummiköder ergänzt werden. Kippt der Köder seitlich weg, ist der Trailer möglicherweise zu groß oder sitzt nicht mittig auf dem Haken.
Warum funktionieren Spinnerbaits auf Barsch?
Barsche orientieren sich nicht ausschließlich an der Form eines Beutefisches. Bewegung, Vibrationen, Kontraste und plötzliche Lichtreflexe spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Ein Spinnerbait kombiniert mehrere dieser Reize in einem einzigen Köder.
Die Spinnerblätter können kleine, flüchtende Beutefische andeuten. Gleichzeitig bewegt sich der Fransenkörper unruhig hinter dem beschwerten Kopf. Dadurch entsteht ein auffälliges Gesamtbild, das Barsche aus einiger Entfernung wahrnehmen können.
Besonders aktive Fische reagieren häufig entschlossen. Deshalb eignet sich der Spinnerbait als Suchköder, mit dem sich größere Bereiche vergleichsweise schnell absuchen lassen. Wird ein Biss oder eine Verfolgung erkannt, kann anschließend langsamer oder mit einem unauffälligeren Köder weitergefischt werden.
Aus eigener Erfahrung beim Barschangeln am Bodensee weiß ich, wie schnell sich ein kurzes Fangfenster öffnen und wieder schließen kann. Bei einer gemeinsamen Tour konnten wir innerhalb einer Stunde 40 Barsche fangen. Ein solches Ergebnis ist nicht alltäglich, zeigt jedoch, wie konzentriert ein aktiver Schwarm auftreten kann. Ein zügig geführter Suchköder hilft dabei, solche Fische überhaupt erst zu finden.
Mehr über Lebensraum, Nahrung und Verhalten erfährst du im ausführlichen Barsch-Steckbrief. Welche anderen Köderarten sich eignen, zeigt außerdem der Vergleich zum besten Barschköder.
Wo lassen sich Spinnerbaits auf Barsch einsetzen?
Spinnerbaits spielen ihre Vorteile vor allem an strukturreichen Stellen aus. Sie lassen sich dicht an Hindernissen führen und können dadurch Bereiche erreichen, in denen gewöhnliche Kunstköder schnell hängen bleiben.
Krautfelder und Krautkanten
Im Sommer halten sich Barsche häufig an Wasserpflanzen auf. Kleine Fische finden dort Schutz, während größere Räuber entlang der Kanten patrouillieren. Ein leichter Spinnerbait kann über die Pflanzen oder parallel zu einer Krautkante geführt werden.
Der Köder sollte möglichst dicht am Kraut laufen, ohne sich dauerhaft darin festzusetzen. Ein gelegentlicher Kontakt kann sogar einen Biss auslösen. Bleibt der Skirt voller Pflanzen, verliert der Spinnerbait jedoch seinen sauberen Lauf und muss gereinigt werden.
Schilf und Seerosen
Zwischen Schilfstängeln und Seerosen entstehen schattige Bereiche, in denen Barsche auf Beute warten können. Hier spielt der nach oben gerichtete Einzelhaken seine Vorteile aus. Trotzdem sollte nicht blind tief in geschlossene Pflanzenfelder geworfen werden.
Sinnvoller sind Würfe entlang der äußeren Kante oder in erkennbare Lücken. Nach dem Auftreffen auf dem Wasser beginnt die Führung sofort, damit der Köder nicht unkontrolliert in die Pflanzen sinkt.
Versunkene Äste und Stege
Holz, Pfähle und Stege bieten Barschen Deckung. Ein Spinnerbait lässt sich dicht an solchen Strukturen vorbeiführen. Trifft der Drahtarm auf einen Ast, kippt der Köder häufig darüber hinweg.
Direkt nach dem Hinderniskontakt sollte die Schnur aufmerksam beobachtet werden. Viele Bisse erfolgen in diesem Moment, weil der Spinnerbait kurz ausbricht oder seine Geschwindigkeit verändert.
Steinpackungen und Hafenbereiche
Steinige Ufer, Spundwände und Häfen sind klassische Standplätze für Barsche. Dort kann der Köder parallel zum Ufer oder entlang unterschiedlicher Tiefen geführt werden. Allerdings steigt zwischen groben Steinen die Hängergefahr.
Am Bodensee finden sich Barsche beziehungsweise Egli unter anderem an Häfen, Stegen, Krautfeldern und abfallenden Kanten. Weitere Hinweise zu den dortigen Angelmöglichkeiten bietet der Beitrag Am Bodensee angeln. Speziell mit dem regionalen Barschangeln beschäftigt sich außerdem der Ratgeber Fischen auf Egli.
Freiwasser und Kanten
Spinnerbaits funktionieren nicht nur zwischen Pflanzen. Sie können ebenfalls über Kanten, an Schwärmen kleiner Beutefische und im flacheren Freiwasser eingesetzt werden. Dabei hilft es, die Lauftiefe systematisch zu verändern.
Beginne nach dem Auswerfen einmal sofort mit dem Einholen. Beim nächsten Wurf lässt du den Köder einige Sekunden absinken. Auf diese Weise lassen sich verschiedene Wasserschichten absuchen, ohne ständig das Ködermodell zu wechseln.
Welche Größe eignet sich für Barsche?
Für durchschnittliche Barsche sind kompakte Spinnerbaits häufig die sinnvollste Wahl. Modelle zwischen etwa 3,5 und 10 Gramm lassen sich mit einer leichten Spinnrute kontrolliert führen. Sie besitzen ein überschaubares Profil und sprechen auch kleinere Räuber an.
Spinnerbaits um 14 oder 15 Gramm eignen sich für weitere Würfe, stärkere Strömung und tiefere Bereiche. Außerdem können sie interessant sein, wenn gezielt größere Barsche gesucht werden. Ihr tatsächliches Gesamtgewicht kann durch Spinnerblätter, Skirt und Trailer höher ausfallen als das angegebene Kopfgewicht.
Modelle ab etwa 20 oder 25 Gramm richten sich häufig bereits deutlich stärker an Hechtangler. Ein großer Barsch kann einen solchen Köder trotzdem attackieren. Für das allgemeine Barschangeln fällt er jedoch vergleichsweise grob aus und verlangt eine kräftigere Rute.
Sehr leichte Mini-Spinnerbaits lassen sich mit einer passenden Ultraleicht-Angelrute führen. Vor dem Kauf sollte nicht nur das aufgedruckte Ködergewicht betrachtet werden. Ein großer Trailer und kräftige Spinnerblätter erhöhen den Wasserwiderstand deutlich.
Welche Farbe sollte ein Spinnerbait für Barsch haben?
In klarem Wasser bieten sich natürliche Farbkombinationen an. Silberne Blätter, gedeckte Skirts und Dekore in Grün, Braun, Weiß oder Beutefischfarben wirken vergleichsweise unauffällig. Sie passen zu Gewässern, in denen Barsche ihre Beute gut sehen können.

Bei trübem Wasser dürfen stärkere Kontraste eingesetzt werden. Chartreuse, Firetiger, Orange und schwarze Bestandteile erzeugen eine deutlich sichtbare Silhouette. Goldene oder kupferfarbene Blätter reflektieren Licht anders als silberne Ausführungen und können bei bewölktem Himmel interessant sein.
Eine feste Erfolgsfarbe gibt es nicht. Wassertrübung, Licht, Tiefe und vorhandene Beutefische verändern die Wirkung. Deshalb reichen für den Anfang zwei deutlich unterschiedliche Varianten: eine natürliche und eine auffällige Farbe.
Spinnerbait richtig führen
Spinnerbaits müssen nicht kompliziert geführt werden. Bereits gleichmäßiges Einholen setzt Blätter und Skirt in Bewegung. Dennoch lohnt es sich, Geschwindigkeit und Tiefe gezielt zu variieren.
Gleichmäßiges Einholen
Nach dem Auswerfen wird die Schnur gestrafft und der Köder konstant eingeholt. Diese einfache Führung eignet sich für aktive Barsche und zum schnellen Absuchen größerer Flächen.
Die Geschwindigkeit muss so gewählt werden, dass die Blätter sauber rotieren und der Spinnerbait stabil läuft. Steigt er zu stark auf, kann langsamer gekurbelt oder ein schwereres Modell verwendet werden.
Stop-and-Go
Kurze Unterbrechungen lassen den Spinnerbait absinken und den Skirt aufgehen. Anschließend beschleunigt der Köder wieder und die Spinnerblätter beginnen erneut zu rotieren.
Viele Bisse erfolgen direkt beim Absinken oder beim erneuten Anlaufen. Die Pause sollte jedoch nicht zu lang ausfallen, wenn über dichtem Kraut geangelt wird.
Slow Rolling
Beim Slow Rolling wird der Spinnerbait langsam in Grundnähe oder entlang einer tieferen Kante geführt. Breite Spinnerblätter eignen sich dafür besonders gut, weil sie bereits bei geringer Geschwindigkeit anlaufen.
Der Grundkontakt sollte kontrolliert bleiben. Schleift der Köder dauerhaft über Steine und Äste, steigt die Hängergefahr. Gleichzeitig sammeln sich schnell Pflanzenreste am Skirt.
Kontakt mit Hindernissen
Ein kontrollierter Kontakt mit Holz, Pflanzen oder Steinen kann eine plötzliche Richtungsänderung erzeugen. Dadurch wirkt der Köder kurz wie eine flüchtende oder orientierungslose Beute.
Nach jedem deutlichen Kontakt sollte weitergekurbelt werden. Bleibt die Spannung plötzlich weg oder wird die Schnur seitlich versetzt, kann bereits ein Fisch den Köder genommen haben.
Welche Rute eignet sich für Spinnerbaits auf Barsch?
Die Rute muss das tatsächliche Gesamtgewicht sicher werfen können. Für kleine Spinnerbaits bis ungefähr 7 Gramm kommt eine leichte oder ultraleichte Spinnrute infrage. Bei Modellen zwischen 10 und 18 Gramm eignet sich häufig eine etwas kräftigere Spinnrute.
Eine vollständig weiche Rute kann sich durch den Wasserwiderstand der Spinnerblätter dauerhaft stark biegen. Dadurch wird die Führung ungenau. Eine zu harte Rute federt kurze Fluchten und Kopfschläge dagegen schlechter ab. Eine straffe Spitze mit ausreichender Pufferwirkung stellt daher einen guten Mittelweg dar.
Zur Rute passt eine kleine bis mittlere Stationärrolle. Eine Baitcast-Kombination kann ebenfalls verwendet werden, sofern sie leichte Köder zuverlässig wirft. Entscheidend ist weniger die Rollenart als ein ausgewogenes Gesamtgerät.
Welche Aufgaben Blank, Spitze, Rollenhalter und Rutenringe übernehmen, erklärt der Beitrag Aufbau einer Angelrute.
Schnur und Vorfach
Eine dünne geflochtene Hauptschnur überträgt die Vibrationen sehr direkt. Gleichzeitig ermöglicht sie auch mit kleinen Spinnerbaits gute Wurfweiten. Eine monofile Schnur besitzt dagegen mehr Dehnung und kann heftige Schläge im Drill abfedern.
Beim gezielten Barschangeln wird häufig ein Vorfach aus Fluorocarbon verwendet. An vielen Gewässern muss jedoch jederzeit mit einem Hecht gerechnet werden. Fluorocarbon in typischen Barschstärken bietet keinen verlässlichen Schutz vor Hechtzähnen.
Besteht eine realistische Hechtgefahr, sollte ein geeignetes bissfestes Vorfach aus Stahl, Titan oder einem anderen dafür vorgesehenen Material verwendet werden. Prüfe außerdem die Gewässerordnung, da einzelne Vereine oder Betreiber verbindliche Vorgaben zum Raubfischvorfach machen können.
Die Verbindung zum Spinnerbait sollte kompakt und stabil ausfallen. Bei einer offenen Befestigungsöse kann ein kleiner Gummiring verhindern, dass der Karabiner auf dem Draht verrutscht.
Mit oder ohne Trailer angeln?
Ein kleiner Spinnerbait funktioniert grundsätzlich auch ohne zusätzlichen Gummiköder. Dadurch bleibt das Profil kompakt und der Köder läuft so, wie ihn der Hersteller vorgesehen hat.
Ein Trailer vergrößert dagegen das Volumen und kann zusätzliche Bewegung erzeugen. Schlanke Pintails und kleine Low-Action-Shads beeinflussen den Lauf meist weniger als breite Schaufelschwänze. Gleichzeitig erhöht ein Trailer das Gewicht und den Luftwiderstand beim Werfen.
Für kleinere Barsche würde ich zunächst ohne Trailer oder mit einem sehr schlanken Modell beginnen. Bei größeren Spinnerbaits kann ein Trailer das Gesamtbild harmonischer machen. Vor dem ersten weiten Wurf sollte der Köder immer kurz im Uferbereich getestet werden.
Häufige Fehler beim Angeln mit Spinnerbaits
Ein häufiger Fehler ist ein zu großer Köder. Viele Spinnerbaits wurden hauptsächlich für Hechte entwickelt. Ihre kräftigen Haken, großen Skirts und schweren Köpfe passen nur eingeschränkt zum gewöhnlichen Barschangeln.
Ebenso problematisch ist eine dauerhaft zu schnelle Führung. Der Köder läuft dann unmittelbar unter der Oberfläche, obwohl die Barsche tiefer stehen. Unterschiedliche Absinkzeiten helfen dabei, die richtige Wasserschicht zu finden.
Ein schief aufgezogener Trailer kann den Spinnerbait seitlich kippen lassen. Auch ein verbogener Draht verändert den Lauf. Nach einem Hänger oder Fischkontakt sollten daher Ausrichtung, Haken und Wirbel kontrolliert werden.
Außerdem wird der Köder häufig zu weit von interessanten Strukturen entfernt geführt. Seine besondere Bauform lohnt sich gerade dort, wo Kraut, Holz und andere Hindernisse vorhanden sind. Wer ausschließlich über freiem, strukturlosem Wasser angelt, nutzt diesen Vorteil kaum.
Wann sind Spinnerbaits besonders interessant?
Spinnerbaits eignen sich besonders gut, wenn Barsche aktiv jagen und größere Flächen abgesucht werden sollen. Wind, leichte Wassertrübung und bewegte Oberflächen können ihre auffällige Präsentation unterstützen.
Auch in der warmen Jahreszeit, wenn viele Wasserpflanzen vorhanden sind, spielt die Bauform ihre Stärken aus. Der Köder kann über Krautfeldern, entlang von Schilfkanten und durch Lücken in den Pflanzen geführt werden.
Bei sehr kaltem, klarem Wasser und vorsichtigen Fischen kann ein kleiner Gummifisch oder unauffälliger Finesse-Köder geeigneter sein. Dennoch lohnt sich ein Versuch mit einem langsam geführten Mini-Spinnerbait, bevor die Methode vollständig ausgeschlossen wird.
Fünf Spinnerbaits für Barsch im Überblick
Die folgenden Modelle decken unterschiedliche Größen und Einsatzbereiche ab. Dabei handelt es sich nicht um selbst durchgeführte Produkttests. Die Einordnung beruht auf Bauform, Gewicht, Herstellerangaben und dem vorgesehenen Einsatzbereich.
Ein Modell ist nicht automatisch besser, nur weil es teurer, größer oder auffälliger ist. Entscheidend ist, ob Gewicht, Haken, Reizstärke und benötigte Rute zum eigenen Gewässer passen.
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Strike King Mini-King Spinnerbait: kompakte 1/8-Unzen-Ausführung
- Hochwertiger roter Haken
- Hochwertige rote Akzente
- Imitiert das Aussehen von verletzten Köderfischen
Der Strike King Mini-King gehört mit einem Nenngewicht von 1/8 Unze zu den kompaktesten Spinnerbaits dieser Auswahl. Das entspricht ungefähr 3,5 Gramm. Dadurch passt der Köder grundsätzlich gut zu einer leichten Barschausrüstung.
Die ausgewählte Ausführung besitzt ein auffälliges Firetiger-Dekor. Ein einzelnes Spinnerblatt erzeugt Vibrationen und Lichtreflexe, während der Silikonskirt das Profil hinter dem Kopf vergrößert. Wegen des geringen Gewichts eignet sich der Köder vor allem für flache Bereiche und kurze bis mittlere Distanzen.
Leichte Spinnerbaits reagieren empfindlicher auf einen zu großen Trailer. Deshalb bietet sich zunächst die Führung ohne Zusatzköder an. Alternativ kann ein sehr schlanker und kurzer Trailer verwendet werden.
Vor dem Kauf sollte geprüft werden, ob die angebotene Ausführung tatsächlich dem gewünschten Gewicht und Dekor entspricht. Amazon fasst verschiedene Varianten gelegentlich auf einer gemeinsamen Produktseite zusammen.
Fox Rage Spinnerbait Pike 7 g: leichtes Modell mit zwei Spinnerblättern
- Spinnerbait von Fox Rage zum Raubfischangeln
- Gewicht: 7g
- für verkrautete Gewässer
Der Fox Rage Spinnerbait in der 7-Gramm-Ausführung liegt in einem vielseitigen Gewichtsbereich für Barsche. Das ausgewählte Pike-Dekor orientiert sich farblich an einem kleinen Hecht. Der Köder besitzt zwei längliche Spinnerblätter, einen Silikonskirt und einen fest montierten Einzelhaken.
Die beiden Blätter erzeugen zahlreiche Lichtreflexe, ohne den Wasserwiderstand so stark zu erhöhen wie zwei breite Colorado-Blätter. Dadurch lässt sich der Köder gleichmäßig oder etwas schneller führen. Das Modell passt besonders zu Krautkanten und flachen Bereichen.
Der Hersteller nennt einen Haken der Größe 3/0. Für sehr kleine Barsche fällt dieser vergleichsweise kräftig aus. Deshalb richtet sich das Modell eher an Angler, die mit durchschnittlichen bis größeren Barschen sowie möglichen Hechtbeifängen rechnen.
Ein schlanker Gummiköder kann als Trailer aufgezogen werden. Für das gezielte Barschangeln sollte dieser jedoch kompakt bleiben, damit das Gesamtprofil nicht unnötig groß wird.
Nays MZ RNNR: Spinnerbait mit wechselbarem Blatt und Trailer-Spirale
- Spinnerbait von Nays zum Spinnfischen auf Hecht & andere Raubfische
- Hakengröße: 1/0, Willow-Spinnerblatt erzeugt starke Druckwellen beim Einholen
- inklusive einem Colorado-Spinnerblatt zum Wechseln
Der Nays MZ RNNR besitzt eine Spirale, an der ein zusätzlicher Gummiköder befestigt werden kann. Dadurch sitzt der Trailer nicht ausschließlich auf dem Haken. Zum Lieferumfang der M-Ausführung gehört außerdem ein zusätzliches Colorado-Blatt.
Nays bietet den MZ RNNR M in verschiedenen Gewichten und Farben an. Je nach gewählter Amazon-Variante kann sich die konkrete Ausführung unterscheiden. Deshalb sollten Gewicht und Dekor unmittelbar vor dem Kauf kontrolliert werden.
Die M-Modelle sind größer und schwerer als typische Mini-Spinnerbaits. Sie eignen sich deshalb eher für größere Barsche, weitere Würfe und Gewässer mit Hechtbestand. Ein Low-Action-Shad bis ungefähr 3,5 Zoll kann laut Hersteller als Trailer verwendet werden.
Durch das austauschbare Blatt lässt sich die Reizwirkung verändern. Ein breiteres Colorado-Blatt erzeugt mehr Druck und eignet sich für langsamere Führung. Die übrige Konstruktion richtet sich vor allem an den Einsatz zwischen Pflanzen und anderen Hindernissen.
Wild Devil Baits Multi Tail Spinnerbait: 15-Gramm-Modell mit auffälligem Dekor
- DER PERFEKTE KÖDER FÜR JEDEN: Der Multi Tail Spinnerbait ist ein wahres Allroundtallent, wenn es...
- HÄNGERFREI FISCHEN: Durch seinen Aufbau kann er hängerfrei und problemlos an Seerosen...
- MIT BAITSCREW: Der spezielle Baitscrew ermöglicht es einen Trailer extrem leicht zu montieren und...
Der Wild Devil Baits Multi Tail Spinnerbait besitzt ein Gewicht von 15 Gramm. Damit liegt er oberhalb der besonders leichten Barschmodelle. Die ausgewählte Farbe UV Green Pumpkin Chartreuse kombiniert gedeckte Grüntöne mit auffälligen gelbgrünen Bereichen.
Das Gewicht ermöglicht weitere Würfe und eine kontrollierte Führung in etwas tieferen Wasserschichten. Gleichzeitig verlangt der Köder eine Rute, deren Wurfgewicht genügend Reserven bietet. Eine reine Ultraleicht-Rute ist dafür normalerweise nicht vorgesehen.
Das auffällige Dekor passt zu trübem Wasser, wechselnden Lichtverhältnissen und Situationen, in denen ein deutlicher Kontrast gewünscht wird. In sehr klarem Wasser kann eine natürlichere Farbe unauffälliger wirken.
Der Köder richtet sich aufgrund seiner Größe nicht ausschließlich an Barsche. Auch Hecht und Zander können ihn aufnehmen. Ein bissfestes Vorfach sollte deshalb immer dann verwendet werden, wenn mit Hechten zu rechnen ist.
Berkley Zilla Spinnerbait 25 g: großes Modell für kapitale Barsche und Hechtgefahr
- Speziell für Hechtangeln in schmächtig und trüben Gewässern
- Ausgestattet mit einem lauten Klinge und großem Rock
- Perfekt für Gießen und Trolling
Der Berkley Zilla Spinnerbait wurde vom Hersteller in erster Linie für das Hechtangeln in krautreichen und trüben Gewässern entwickelt. Die hier verlinkte Ausführung besitzt ein angegebenes Kopfgewicht von 25 Gramm. Damit ist sie deutlich größer und schwerer als ein klassischer Barsch-Spinnerbait.
Für durchschnittliche Barsche wäre dieses Modell nicht meine erste Wahl. Interessant kann es werden, wenn gezielt große Barsche gesucht werden und am Gewässer regelmäßig Hechte vorkommen. Außerdem lässt sich der schwere Köder weiter werfen und tiefer führen.
Das große Spinnerblatt, der voluminöse Skirt und das kräftige Profil erzeugen eine starke Reizwirkung. Dafür wird eine entsprechend belastbare Rute benötigt. Zusammen mit dem übrigen Köder und einem möglichen Trailer kann das tatsächliche Gesamtgewicht oberhalb des angegebenen Kopfgewichts liegen.
Der Berkley Zilla ergänzt die Auswahl daher nicht als universeller Barschköder, sondern als bewusst großes Modell. Wer hauptsächlich kleinere und mittlere Barsche fangen möchte, fährt mit dem Strike King oder dem 7-Gramm-Modell von Fox Rage meist passender.
Vergleich der fünf Spinnerbaits
Häufige Fragen zu Spinnerbaits auf Barsch
Sind Spinnerbaits gute Barschköder?
Spinnerbaits können sehr gute Barschköder sein, wenn Größe und Gewicht zum Fischbestand passen. Sie eignen sich besonders zum Absuchen von Kraut, Schilf, Holz und anderen Hindernissen. An manchen Tagen reagieren Barsche jedoch besser auf kleinere und unauffälligere Köder.
Welches Gewicht sollte ein Spinnerbait für Barsch haben?
Kompakte Modelle zwischen ungefähr 3,5 und 10 Gramm sind besonders vielseitig. Spinnerbaits um 14 oder 15 Gramm eignen sich für weitere Würfe, tiefere Bereiche und größere Barsche. Deutlich schwerere Modelle richten sich häufig hauptsächlich an Hechtangler.
Braucht ein Spinnerbait einen Trailer?
Ein Trailer ist nicht zwingend erforderlich. Ohne zusätzlichen Gummiköder bleibt der Spinnerbait kompakt und läuft häufig besonders stabil. Ein schlanker Trailer kann das Profil und die Bewegung vergrößern, darf den Köder jedoch nicht aus dem Gleichgewicht bringen.
Wie schnell wird ein Spinnerbait eingeholt?
Die Geschwindigkeit muss ausreichen, damit die Spinnerblätter sauber rotieren. Darüber hinaus kann sie an die Tiefe angepasst werden. Schnelle Führung hält den Köder höher, während langsames Einholen und kurze Pausen tiefere Wasserschichten erreichen.
Kann ein Spinnerbait im Kraut verwendet werden?
Ja, Krautfelder gehören zu den wichtigsten Einsatzgebieten. Der nach oben gerichtete Einzelhaken und der Drahtarm verringern die Hängergefahr. Vollständig krautfrei läuft der Köder jedoch nicht, weshalb Pflanzenreste regelmäßig entfernt werden müssen.
Benötige ich beim Barschangeln ein Stahlvorfach?
Wenn Hechte vorkommen und einen Spinnerbait aufnehmen können, sollte ein geeignetes bissfestes Vorfach verwendet werden. Dünnes Fluorocarbon bietet keinen zuverlässigen Schutz vor Hechtzähnen. Zusätzlich müssen die Vorgaben der jeweiligen Gewässerordnung beachtet werden.
Fangen große Spinnerbaits auch Barsche?
Große Barsche können schwere Spinnerbaits attackieren. Dennoch sinkt mit wachsender Ködergröße meistens die Zahl der kleineren Fische, die den Köder problemlos aufnehmen können. Für ein möglichst breites Größenspektrum sind kompakte Ausführungen geeigneter.
Was ist besser: Spinnerbait oder normaler Spinner?
Ein normaler Spinner ist kompakter und eignet sich gut für offene Bereiche. Der Spinnerbait besitzt dagegen einen geschützter liegenden Einzelhaken und lässt sich häufig besser zwischen Pflanzen und Holz führen. Welche Variante besser funktioniert, hängt vom Gewässer und den Standplätzen der Barsche ab.
Fazit: Spinnerbaits auf Barsch gezielt auswählen
Spinnerbaits kombinieren Lichtreflexe, Vibrationen und ein pulsierendes Köderprofil. Ihre besondere Konstruktion eignet sich vor allem für Krautfelder, Schilfkanten, versunkene Äste und andere strukturreiche Bereiche. Dort bleiben sie häufig seltener hängen als Köder mit offenliegenden Drillingen.
Für das gewöhnliche Barschangeln sind kompakte Modelle besonders interessant. Der Strike King Mini-King fällt mit etwa 3,5 Gramm sehr leicht aus, während der Fox Rage Spinnerbait mit 7 Gramm einen vielseitigen Mittelweg bietet. Der Nays MZ RNNR und der Wild Devil Baits Multi Tail richten sich an etwas kräftigere Ausrüstung und größere Köderprofile.
Der Berkley Zilla nimmt innerhalb der Auswahl eine Sonderrolle ein. Er wurde vorrangig für Hechte entwickelt und fällt für durchschnittliche Barsche groß aus. In Gewässern mit kapitalen Barschen und häufigem Hechtkontakt kann er dennoch eine gezielte Ergänzung darstellen.
Unabhängig vom Modell entscheiden vor allem Lauftiefe, Führung und Standort über den Erfolg. Wer unterschiedliche Tiefen absucht, den Köder dicht an Strukturen führt und Größe sowie Reizwirkung an die Bedingungen anpasst, nutzt die besonderen Vorteile eines Spinnerbaits am besten aus.

